Was versteht man unter Zusatzrente und zusätzlicher Altersvorsorge?

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Die Zusatzrente ist eine Form des Sparens zur Ergänzung der gesetzlichen Rente. Dies bedeutet, dass sich der Sparer dank einer zusätzlichen Investition während seines Arbeitslebens ein höheres monatliches Renteneinkommen garantieren kann. Diese Form des Sparens ergibt sich aus aktuellen sozialen und demographischen Bedürfnissen, wie dem Anstieg des Durchschnittsalters der Bevölkerung und der Anzahl der Lebensjahre im Ruhestand. Die Menschen in Deutschland werden immer älter. Statistisch gesehen lebt eine 60-jährige Frau heute noch weitere 25 Jahre und ein Mann im Durchschnitt noch 22 Jahre. Darüber hinaus ist es möglich, dass sich die Lebens- und Wirtschaftsbedingungen ändern (z. B. Inflation) und der reale Wert unserer Rente in Bezug auf den Lebensstandard sinkt. Aufgrund dieser Bedürfnisse hat sich in Deutschland eine weit verbreitete alternative Altersvorsorge entwickelt. Der Staat fördert den Aufbau einer solchen Zusatzrente und gewährt dazu Zulagen. Das deutsche System der Alterssicherung beruht heute auf drei Säulen – der gesetzlichen Rentenversicherung, der betrieblichen und der privaten Altersvorsorge.

Die betriebliche Altersvorsorge ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Die Arbeitnehmer können einen Teil ihres Lohns oder Gehalts zugunsten einer betrieblichen Altersvorsorge investieren, um später eine Betriebsrente zu erhalten. Mehr als die Hälfte aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten bauen sich - wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) bestätigt – bei ihrem aktuellen Arbeitgeber eine Betriebsrente auf. Diese Art von Zusatzrente ist sehr erfolgreich.

Es gibt verschiedene Arten von betrieblicher Altersvorsorge. In jedem dieser Fälle sind die Sparer vor einer Insolvenz des Arbeitgebers geschützt und zwar durch den Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG), einem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, der die Versorgung aller Betriebsrenten-Berechtigten übernimmt. In den meisten Fällen bestehen Tarifverträge zur betrieblichen Altersversorgung. Zahlungen können sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Arbeitnehmer, aber auch von beiden geleistet werden. Diese Sparformen genießen außerdem Steuervorteile. Bei der Direktzusage muss der Arbeitgeber seinen Beschäftigten oder deren Angehörigen Versorgungsleistungen gewähren. Obwohl diese betriebliche Altersvorsorge keiner staatlichen Aufsicht unterliegt, ist sie dennoch geschützt, denn bei einer Insolvenz des Arbeitgebers zahlt der PSV die vom Arbeitgeber versprochene Leistung. Die Unterstützungskasse wird vom Arbeitgeber finanziert, obwohl es eine rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung ist. Die Pensionskasse funktioniert ähnlich wie eine Lebensversicherung und unterliegt der Versicherungsaufsicht und damit den Anlagebeschränkungen, die für Versicherungen gelten. Der Pensionsfonds funktioniert ähnlich wie die Pensionskasse, wobei jedoch die eingebrachten Mittel weitgehend frei am Kapitalmarkt angelegt werden können.

In Deutschland gibt es die vom Staat steuerlich geförderte, privat finanzierte, zusätzliche Altersvorsorge, die „Riester-Rente“. Die Förderung besteht aus staatlichen Zulagen und Steuerersparnissen. Die Zulagen werden auf die erbrachten Einzahlungsbeträge angerechnet und vermindern somit den Anteil, den man tatsächlich einzahlen muss. Zulagen durch den Staat hängen von bestimmten Faktoren ab, wie zum Beispiel der Anzahl unterhaltsberechtigter Kinder (Kinderzulage). Neben der Zulagenförderung besteht die Möglichkeit eines zusätzlichen Sonderausgabenabzugs und somit eine Steuerersparnis. Die Riester-Rente ist in der Regel vererbbar. Vorzeitige Kündigung bzw. Auszahlung hat den Verlust von Steuervorteilen und Zulagen zur Folge und damit die Verpflichtung zu deren Rückzahlung.

In Deutschland gibt es mehrere Privatunternehmen, die eine Zusatzrente anbieten: Lebensversicherungen, Finanzdienstleister, Banken, Bausparkassen, Sparkassen, Volksbanken, Kapitalanlagegesellschaften und Fondsgesellschaften. Der Dienstleister der Zusatzrente ist verpflichtet, seinen Kunden einen Jahresbericht zuzusenden. Die Finanzprodukte, die von ihren Kunden unterzeichnet werden können, sind zahlreich. Zum Beispiel eine private Rentenversicherung oder ein Fonds- oder Banksparplan. Alle bestehen in der regelmäßigen Zahlung eines Geldbetrags. Im Fall des Fondssparplans legt der Dienstleister das Kapital in Investmentfonds wie Aktienfonds, Rentenfonds oder Fonds mit einer Mischung aus Aktien und Rentenpapieren an. Natürlich gibt es verschiedene Risiko- und Ertragschancen, die auf der Art der investierten Anlagen beruhen. Normalerweise setzen Rentenfonds auf festverzinsliche Staats- oder Unternehmensanleihen. Alle Anlageprodukte müssen vom Staat festgelegte und bestimmte Anforderungen erfüllen. Nur so werden sie vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zertifiziert. Die Zertifizierung ist aber kein Qualitäts- oder Gütesiegel. Sie bestätigt nur, dass es die Voraussetzungen für die Förderung gibt.

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