Wie wird man Finanzberater?

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Ein Finanzberater bietet als Dienstleistung seine Beratung hinsichtlich Geldanlage, Kredite oder Versicherungen an (in diesem Zusammenhang erfolgt zumeist die Vermittlung von Finanzprodukten). Gemäß den Bestimmungen der MiFID II hat der Finanzberater die Aufgabe, die Anlagestrategien zu planen und dabei die gemeinsam mit dem Anleger festgelegten Rendite-, Risikobegrenzungs- und Kostenziele einzuhalten und eine allgemeine Beurteilung und Bewertung des Finanzstatus seines Kunden abzugeben, aber auch durch Interpretation ihrer Bedürfnisse und Ziele seine Fähigkeit nachzuweisen, das ihm anvertraute Kapital zu verwalten.

Nachfolgend finden Sie hier alternative Voraussetzungen, um Finanzberater zu werden:

  • Der Abschluss eines wirtschaftswissenschaftlichen Studiums oder mindestens eine einschlägige Ausbildung werden vorausgesetzt, um den Beruf des Finanzberaters ausüben zu können. Es gibt jedoch keine einheitliche Berufsausbildung in diesem Sinne.
  • Das Bestehen einer Zulassungsprüfung der Industrie- und Handelskammer (IHK), die die Fähigkeiten und Kenntnisse des Finanzberaters prüft (die IHK erkennt die Abschlüsse des Fachberaters für Finanzdienstleistungen und den Fachwirt für Finanzberatung an).
  • Der Finanzberater wird von dem Unternehmen, für das er als Handelsvertreter tätig ist, bei der BaFin gemeldet und in das Vermittlerregister gemäß dem Artikel § 32 KWG eingetragen.
  • Eine Gewerbeanmeldung und eine Erlaubnis gemäß der Gewerbeordnung sind auch notwendig. Eine einfache Gewerbeanmeldung reicht nicht (genauer: ein erlaubnispflichtiges Gewerbe gemäß Paragraf 34 Absatz f der Gewerbeordnung) auch weil es viele berufliche Facetten im Bereich der Beratung gibt.

Ab 2021 soll die Finanzaufsicht BaFin auch die Kontrolle freier Finanzvermittler übernehmen.

Es ist aber sehr wichtig zu wissen, dass man unter dem Begriff Finanzberater bzw. dem Synonym Vermögensberater, viele unterschiedliche professionelle Ausgestaltungen versteht.

Anlageberater

Für die Erbringung von Anlageberatung als Finanzdienstleistungsgeschäft ist eine Genehmigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht - BaFin nach § 32 KWG erforderlich. Die Anlageberater sind Mitarbeiter von Banken, Sparkassen oder anderen spezialisierten Unternehmen, die an Kunden gewerbsmäßig Empfehlungen zum Kauf bzw. Verkauf von Wertpapieren oder anderen Kapitalanlagen abgeben. Der Anlageberater unterbreitet Vorschläge, die den Anlagezielen des Kunden hinsichtlich Risiko und Rendite entsprechen sollten. Ein Anlageberater muss vor dem Kauf von Investmentanteilen immer auf den Inhalt des Verkaufsprospektes verweisen und diesen dem Kunden aushändigen. Während die Finanzberatung auch Kreditgeschäfte, Finanzmanagement, Schuldnerberatung, Finanzplanung und die Beseitigung von Finanzrisiken umfasst, ist die Anlageberatung auf das Passivgeschäft und das Depotgeschäft der Kreditinstitute begrenzt.

Honorar-Anlageberater (oder Honorar-Finanzberater)

Diese sind Anlageberater, die ausschließlich gegen Honorar beraten. Sie dürfen daher keine Provisionen einnehmen. Der Honorar-Anlageberater darf sich ausschließlich vom Kunden bezahlen lassen. Diese Bezeichnung wurde eingeführt, um mehr Transparenz darüber zu schaffen, wie Anlageberatung vergütet wird. Dem Kunden sollte also klar sein, wer für die Beratung zahlt, damit er ganz bewusst zwischen der auf Provision basierenden Anlageberatung und der nicht provisionsgestützten Honoraranlageberatung wählen kann. Unabhängige Honorar-Anlageberater nach § 93 (1) WpHG werden im Register bei der BaFin erfasst. Unabhängige Honorar-Anlageberater nach 34h GewO sind im Vermittlerregister der IHK eingetragen.

Selbständige und unabhängige Finanzberater

Der selbständige Finanzberater übt seine Tätigkeit häufig vertraglich an Anbieter von Finanzprodukten, wie Banken oder Versicherungen oder auch an Finanzvertriebe, gebunden aus. Selbständig bedeutet, dass er im Wesentlichen frei seine Tätigkeit gestalten und seine Arbeitszeit bestimmen kann (vgl. HGB § 84). Ein selbständiger Finanzberater kann auch unabhängig sein, wenn er nicht nur Produkte eines Unternehmens vermittelt, sondern Produkte von verschiedenen Anbietern. Im Gegensatz zum Honorar-Anlageberater verdient er sein Geld mit Provisionen.

Finanzanlagenvermittler

Die Finanzanlagenvermittler vermitteln die Anteile oder Aktien an offenen oder geschlossenen Investmentvermögen im Umfang der Bereichsausnahme des § 2 Absatz 6 Satz 1 Nummer 8 des Kreditwesengesetzes (KWG), mit einer Genehmigung der zuständigen Behörde nach § 34f Absatz 1 GewO. Die Finanzanlagenvermittler sind verpflichtet, sich in das Vermittlerregister nach § 11a Absatz 1 GewO eintragen zu lassen. Sie sollen künftig unter die Aufsicht der BaFin gestellt werden.

Rentenberater

Rentenberater sind wesentlich Rechtsberater, die in den folgenden Bereichen beraten: Gesetzliche Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Unfallversicherung, Soziales Entschädigungsrecht, Schwerbehindertenrecht, Versorgungsausgleich sowie der betrieblichen und berufsständischen Versorgung. Diese sind Personen, denen die Genehmigung gemäß § 10 Abs. 1 Ziffer 2 Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) erteilt worden ist. Rentenberater sind somit zur unabhängigen Rechtsberatung (Sozialrecht und andere Rechtsgebiete) zugelassen und sind in diesem Umfeld wie Rechtsanwälte tätig und an das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz gebunden.

Vermittler von Immobiliendarlehen

Dieser vermittelt Darlehen von Bausparkassen, Banken oder anderen Kreditgebern an Unternehmen oder Privatpersonen. Rechtsgrundlage für die neue Erlaubnispflicht dafür ist § 34i der Gewerbeordnung (GewO). Deswegen brauchen Gewerbetreibende, die gewerbsmäßig den Abschluss von Immobilien-Verbraucherdarlehensverträgen oder entsprechende entgeltliche Finanzierungshilfen vermitteln bzw. Dritte zu solchen Verträgen beraten wollen, eine Genehmigung als Vermittler von Immobiliendarlehen.

Versicherungsvermittler

Die Hauptaufgabe von Versicherungsmaklern besteht in der Vermittlung von Versicherungsverträgen zwischen zwei Parteien oder häufiger zwischen Versicherungsunternehmen und Privatpersonen. Eine besondere Gewerbeerlaubnis gem. § 34h GewO (aber vgl. auch § 7 Abs. 2 Ziff. 7 HGB und nach § 93 HGB) braucht man für die Zulassung als Versicherungsvermittler und diese ist auch für die folgenden Berufsbezeichnungen notwendig: Versicherungsberater, Versicherungsmakler, Versicherungsvertreter.

Finanzmakler

Die Finanzmakler sind berufsmäßige Vermittler von mittel- und langfristigen Krediten. Sie vermitteln normalerweise Industriekredite aus Geldern der Kapitalsammelstellen. Die Finanzmakler arbeiten in privatem Auftrag oder als Agenten von Teilzahlungs-Finanzierungsinstituten sowie Universal- und Hypothekenbanken. Kleinere Finanzmakler schließen sich oft mit Versicherungsvertretungen zusammen.

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