Staatsanleihen und Zinsen

Zinsen, Rezession und Markt

Verfasst von MoneyController am 21.06.2022

Zwischen der Gefahr einer Rezession und einer fast außer Kontrolle geratenen Inflation haben viele Zentralbanken eine klare Entscheidung getroffen: Lieber das Risiko einer Rezession eingehen, als die Inflation nicht mehr zu dämpfen. Im Moment ist die Federal Reserve die Zentralbank, die bei der Eindämmung der Inflation am weitesten gegangen ist, aber fast alle westlichen Zentralbanken scheinen den gleichen Weg zu gehen. Alexandra Semenova schreibt über die Fed und die Gegenreaktion an den Märkten auf Yahoo!Finance.

Die Zinserhöhung der Fed und die Gegenreaktion an den Märkten

Am Mittwoch schlug die Entscheidung, die Zinsen um 75 Basispunkte anzuheben, auf die wichtigsten US-Börsenindizes durch: -5,8% beim S&P 500, -5% beim Dow Jones Industrial Average, -1,7% beim Nasdaq. Für einige Momente fielen Bitcoins unter $18.000, aber der gesamte Kryptowährungsmarkt steckt in der Krise. Es gibt zwei Möglichkeiten, die US-Geldpolitik zu betrachten. Laut Chris Zaccarelli, CIO der Independent Advisor Alliance, bekämpft die Fed das größte Risiko, nämlich die Inflation, endlich mit konkreten Maßnahmen. Nach Ansicht der Analysten der Bank of America spielt die Fed ein gefährliches Spiel, da sie weit hinter die Inflationskurve zurückgefallen ist.

Wirtschaftliche Rezession wird wahrscheinlicher

Die schlimmste Befürchtung der Finanzanalysten ist nun die wirtschaftliche Rezession. Trotz der Tatsache, dass die Beschäftigungslage in den USA derzeit stabil ist, sind die Prognosen für die Entwicklung der Wirtschaft nicht sehr optimistisch: Auf der Grundlage der Entwicklung des S&P 500 rechnet JPMorgan mit einer 85%igen Wahrscheinlichkeit einer Rezession. Die Bank of America prognostiziert für dieses Jahr ein Nullwachstum des US-BIP und ein Rezessionsrisiko von 40%. Bloomberg Economics hingegen spricht von einem Rezessionsrisiko von 70%.

Das Risiko einer Rezession und die Schuldenkrise in Europa

Die Lage in Europa scheint nicht mehr beruhigend zu sein, im Gegenteil, die Nähe zum Krieg und die steigenden Energiekosten haben die Wachstumsschätzungen einiger EU-Länder bereits gesenkt. Europa steht vor dem gleichen Problem wie die Vereinigten Staaten: Ist es besser, die Inflation zu bekämpfen und dabei das Risiko einzugehen, die Wirtschaft in eine Rezession zu stürzen, oder die Inflation weiter steigen zu lassen? Die Europäische Zentralbank hat, nachdem sie lange Zeit eine Rezession vermieden hat, beschlossen, in Richtung Inflationsbekämpfung zu intervenieren, indem sie die Zinsen anhebt. In Europa kommt zu den Risiken der Rezession jedoch noch das Problem der Staatsschulden hinzu: Eine Anhebung der Zinssätze in Verbindung mit einer Rezession der Wirtschaft könnte die Tragfähigkeit dieser Schulden gefährden.

Siehe auch:

Was sind Zinssätze?

Zinsen: Westliche Zentralbanken hören nicht auf

Sind Aktien wirklich so stark mit der Inflation und den Zinssätzen korreliert?

Wird der Bärenmarkt lange anhalten?

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