Finanzmärkte / Wirtschaft

Hier sind die Zahlen zu den Ersparnissen der Deutschen

Verfasst von MoneyController am 13.05.2021

ING Deutschland und Barkow Consulting haben die neuen aktuellen Zahlen zu den Ersparnissen der europäischen Bürger vorgelegt. Wieder einmal haben die Deutschen in Europa die Nase vorn.

Eine der Folgen der Corona-Krise ist die Zunahme des Volumens der privaten Ersparnisse gewesen. Im Jahr 2020 legten die Deutschen 388,5 Milliarden Euro zurück. Diese Zahl entspricht einer Steigerung von 45% gegenüber 2019. Die Deutschen sind zum achten Mal Meister im Sparen in Europa. Tatsächlich führt Deutschland die europäische Rangliste nach wie vor klar an, gefolgt von Frankreich mit 260,7 Milliarden, Italien mit 122,7 Milliarden und Spanien mit 78,2 Milliarden. Diese Zahlen haben zu einem sehr deutlichen Anstieg des Finanzvermögens um 4,7 %geführt. Dies entspricht auf europäischer Ebene +1.000 Milliarden Euro und bringt das Gesamtvolumen des Finanzvermögens auf 27,3 Billionen Euro.

Wie bereits erwähnt, sind die Gründe für den Anstieg der Ersparnisse im Wesentlichen auf die durch die Pandemie bedingten Einschränkungen des Konsums zurückzuführen. Das Statistische Bundesamt hat errechnet, dass die Ausgaben der Haushalte in Deutschland im Jahr 2020 um 5,4% gesunken sind. In Wirklichkeit wirkt sich jedoch das Gefühl der Unsicherheit in Verbindung mit einer schwierigen wirtschaftlichen Situation direkt auf die Ersparnisse aus. Eine Durchschnittsbetrachtung innerhalb der Eurozone, wie sie in der Studie vorgenommen wurde, zeigt, dass jeder europäische Bürger im Jahr 2020 3.121 Euro gespart hat. In Deutschland steigt dieser Durchschnitt auf bis zu 4.671 Euro pro Person.

Diese Zahlen sind nicht überraschend. Das Statistische Bundesamt gab schon im April bekannt, dass die Sparquote in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich gestiegen sei. Der gemeldete Wert stellte einen Rekord dar: 16,3 %. Mit anderen Worten: Die Deutschen sparen von je 100 Euro ihres Einkommens mehr als 16 Euro.

Die wirklich überraschenden Daten, die die Studie präsentiert, betreffen jedoch den Anstieg der Aktieninvestitionen. Die Deutschen haben an den Finanzmärkten mittlerweile 49 Milliarden Euro in Aktien investiert. Das bedeutet eine Steigerung von 160 % im Vergleich zu 2019. Es ist fast zwanzig Jahre her, dass wir solche Daten gesehen haben, auch in Bezug auf die Zahl der Aktionäre. Wie ebenfalls auf Tageschau.de berichtet, verzeichnete das Deutsche Aktieninstitut 12,35 Millionen Inhaber von Anteilsscheinen an Unternehmen. Was bedeuten diese Zahlen? Für Thomas Dwornitzak, Head of Savings & Investments bei ING Deutschland, bedeutet dies, dass immer mehr Sparer erkennen, dass sie sich weniger traditionellen Anlageformen, wie Investitionen an den Kapitalmärkten, zuwenden müssen, um gewinnbringend zu sparen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass das klassische Sparen vor dem Aus steht: Mit fast 2.600 Milliarden Euro stellen Bankeinlagen mehr als 35% des Geldvermögens der Deutschen dar und bleiben vorerst die bevorzugte Sparform.

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