Finanzmärkte / Wirtschaft

Prognosen zur deutschen Konjunkturerholung zunehmend vorsichtiger

Verfasst von MoneyController am 28.04.2021

Die Idee einer vollständigen wirtschaftlichen Erholung überzeugt in Deutschland viele nicht, insbesondere nicht die Wirtschaftsakteure. Das zeigt der Geschäftsklima-Index, der vom Ifo-Institut in München veröffentlicht wird und über den auch das Magazin Focus berichtet.

Tatsächlich zeigt das Ifo-Geschäftsklima - ein Index, der die Stimmung der deutschen Wirtschaftsakteure erfasst – zum dritten Mal in Folge eine Verbesserung. Auch die Daten der Bundesregierung stimmen zuversichtlich: Die Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft wurde von 3 auf 3,5 % angehoben. Euphorisch ist die Lage aber vor allem bei den Wirtschaftsteilnehmern nicht: Das Ifo-Geschäftsklima ist nur leicht gestiegen, und die Lage wird je nach Wirtschaftszweig recht unterschiedlich wahrgenommen. So hat beispielsweise der Optimismus in Industrie und Handel zugenommen, während er bei Dienstleistern und im Baugewerbe sogar zurückgegangen ist.

Ifo-Präsident Clemens Fuest hat die Probleme, mit denen die deutsche Wirtschaft in den letzten Monaten konfrontiert war (oder noch konfrontiert sein könnte), in zwei Punkten sehr gut zusammengefasst. Das erste ist die dritte Infektionswelle. Das zweite ist der Engpass, der bei der Versorgung mit Vorprodukten zu verzeichnen ist. Während das Gaststättengewerbe immer noch unter Schließungen leidet, so kann nicht einmal die Industrie - die dank der Exporte seit Monaten wächst – als vor Gefahren geschützt gelten. Viele Unternehmen sind im Rückstand aufgrund der ausbleibenden Lieferungen von Mikrochips und Halbleitern. Ein Engpass, der vor allem auf die wachsende Nachfrage im Zusammenhang mit dem Home Office zurückzuführen ist. Der aber insbesondere die Automobilindustrie unter den gravierenden Folgen leiden lassen könnte.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hingegen behauptet, dass sich die Wirtschaft trotz der Lockdownsstärker entwickle als erwartet. Die Worte des Ministers beziehen sich jedoch auf die vorherige und bereits erwähnte, nicht allzu optimistische Wachstumsprognose von 3 % (vom Januar).

Ein Aspekt, der sicherlich Hoffnung macht, ist die Beschleunigung der Impfkampagne. Am Montag berichtete das Robert-Koch-Institut, dass 23,4 % der Bevölkerung mindestens einmal geimpft worden seien. In diesen Tagen wird außerdem über die Möglichkeit diskutiert, einige Beschränkungen für geimpfte Personen aufzuheben. Generell gilt: Je höher der Prozentsatz der Geimpften ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Beschränkungen für alle gelockert werden.

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