Staatsanleihen und Zinsen

2022: ein Wendepunkt für die Zinsen?

Verfasst von MoneyController am 29.12.2021

Welche Geldpolitik sollten wir im Jahr 2022 erwarten? Diese Frage stellte sich auch die Redaktion der deutschen Zeitschrift FONDS professionell, die eine Reihe von Experten zu diesem Thema befragte. Werfen wir einen Blick auf ihre Gesamtansicht.

Wirtschaftswachstum und Inflation im Jahr 2022

Obwohl es schwierig ist, eine so umfassende Prognose abzugeben, stimmen fast alle Experten mit den Indikatoren überein, die auf ein globales Wirtschaftswachstum von etwa 4,5% im Jahr 2022 hindeuten. Mit Ausnahme von China, dessen Wachstum sich bei etwa 5 oder höchstens 6 % stabilisieren dürfte, sprechen wir von recht hohen Wachstumsraten für Europa und die USA. Da die Wirtschaft wächst und die Inflationsraten hoch bleiben, steigt der Druck auf die Zentralbanken. Viele Schwellenländer, darunter auch China, haben begonnen, die Zinssätze zu erhöhen, um gefährliche Situationen wie in der Türkei zu vermeiden, wo die Inflation die 20%-Marke überschritten hat. Aber was werden die Bank of England (BoE), die EZB und die Federal Reserve (Fed) im Jahr 2022 tun?

Was werden die Zentralbanken tun?

Die erste Entscheidung traf die BoE, die die Zinsen von 0,1 % auf 0,25 % anhob.  Analysten sind immer noch geteilter Meinung über die Wirksamkeit einer Maßnahme zur Bekämpfung der Inflation, die über 5 % liegt und seit zehn Jahren nicht mehr gesehen wurde. Laut der britischen Roadmap wird erwartet, dass die BoE-Zinsen bis Ende 2022 bei etwa 1 % liegen werden. Die Fed hat ihre Pläne zum Ankauf von Anleihen bisher zurückgeschraubt, so dass die 10-jährigen Treasuries leicht gestiegen sind. Die US-Notenbank erwartet ihre erste Zinserhöhung im Juni 2022 und zwei weitere in der zweiten Jahreshälfte. Außerdem hat die Inflation in den USA fast 7 % erreicht. In der Eurozone liegt die Inflation knapp unter 5 %, aber die Pläne der EZB liegen ein Jahr hinter denen der Fed zurück.  Für 2022 ist von einer Zinserhöhung überhaupt nicht die Rede. Allenfalls wird das Tempo der Anleihekäufe reduziert. Kurz gesagt, wir werden mindestens bis 2023 warten müssen, um eine Zinserhöhung in der Eurozone zu sehen.

Die Zinsen können steigen, aber Alternativen zu Aktien sind schwer zu finden

Sollte diese vierte Pandemiewelle ohne schwerwiegende Folgen verlaufen, könnten die Wachstumsversprechen für 2022 erfüllt werden.  Das bedeutet, dass eine Straffung der Geldpolitik möglich und sogar vorhersehbar ist. Aber wie die verschiedenen von FONDS professionell befragten Experten erklären, wird diese Tatsache für diejenigen, die an den Märkten investieren, nicht viel ändern. Um es deutlicher zu sagen: Es wird schwierig sein, auf Aktien zu verzichten, um nach festverzinslichen Finanzprodukten zu suchen, die die gleichen Renditen garantieren können. Falls es zu Zinserhöhungen kommt, werden diese sehr begrenzt sein. Einige Anleiheprodukte werden natürlich attraktiver sein, aber es wird schwierig sein, dass ihre Renditen die Inflationsraten übersteigen.

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