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Wird das Wachstum der Technologiegiganten mit dem Platzen einer Blase enden?

Verfasst von MoneyController am 06.01.2021

2020 war ein wirklich erstaunliches Geschäftsjahr. Noch nie sind die Märkte so rasant zusammengebrochen und haben sich so schnell wieder erholt. Das vielleicht überraschendste Wachstum gab es beim Nasdaq, dem US-amerikanischen Börsenindex, der die wichtigsten Technologiekonzerne zusammenfasst. Der Nasdaq Index ist von knapp über 9.000 Punkten zu Beginn des Jahres auf aktuell 12.765 Punkte (+ 40%) angestiegen. Alle bisherigen Rekorde sind weit übertroffen worden. Die Protagonisten dieses Aufstiegs waren die großen Technologiegiganten. Hier sind ihre Zahlen, um Ihnen eine Vorstellung zu geben: Facebook stieg von 212 USD auf 271 USD pro Aktie (+ 27%), Alphabet (Google) von 1.397 auf 1.740 (+ 24%), Amazon von 1.902 auf 3.203 (+ 68%), Apple von 74 auf 130 (+75%), Netflix von 335 bis 522 (+ 56%), Tesla von 90 bis 734 (+ 715%), Microsoft von 159 bis 216 (+ 35%).

Für dieses Wachstum gibt es mindestens zwei Gründe. Der erste ist, dass die Pandemie viele Sektoren dazu gezwungen hat, Technologie viel stärker zu nutzen. In der Tat hat die Pandemie als Beschleuniger des Megatrends Digitalisierung gewirkt. Der zweite Grund war die große Menge an Liquidität, die von den Zentralbanken bereitgestellt wurde. Einerseits gab die Geldspritze den Märkten den nötigen Treibstoff für die Aktienrallye; andererseits haben die Interventionen dazu geführt, dass die Zinssätze am Anleihemarkt auf ein sehr niedriges Niveau gefallen sind, so dass der Aktienmarkt zu dem Finanzplatz wurde, wo man die höchsten Renditen fand.

In einem Online-Beitrag für das Magazin Fonds Professionell rät Uwe Eilers, Vorstandsvorsitzender der FV Frankfurter Vermögen, davon ab, derzeit Tech-Aktien zu kaufen. Das Risiko besteht in der Tat darin, mit einer potenziellen Marktblase konfrontiert zu werden.

Der Fall, mit dem sich Eiler speziell befasst, ist der von Tesla. Da es sich um die proportional größte Blase handeln würde, zeigt der Fall gut und besser als alle anderen, was das Problem sein könnte. Für Eilers kann ein Börsenwachstum nur dann sinnvoll sein, wenn es mit steigenden Gewinnen einhergeht. Nun, Tesla hat das Jahr 2020 mit einer Marktkapitalisierung von rund 560 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Dies bedeutet jedoch ein Geldvolumen, das 18-mal höher ist als das des Umsatzes. Im Jahr 2019 lag der Umsatz bei nur 25,6 Milliarden und in diesem Jahr wird er nicht viel höher sein. Um eine solche Kapitalisierung zu rechtfertigen, erklärt Eilers, was seiner Meinung nach die optimalen Bedingungen sein sollten: „Nur, wenn der Umsatz jedes Jahr um enorme 33 Prozent über die nächsten zehn Jahre steigen würde, wäre dies denkbar“.

Es ist unmöglich vorherzusagen, ob oder wann die Märkte beschließen werden, ihre Bewertung der Technologiegiganten nach unten zu korrigieren. Übrigens glaubt Eilers, dass das einzige Unternehmen, das derzeit nicht überbewertet ist, Alphabet ist.

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