Finanzberater

Wie stark vertrauen die Deutschen ihren Finanzberatern?

Verfasst von MoneyController am 30.04.2020

Was ist das wertvollste Kapital für einen Berater? Eine wahrscheinliche Antwort ist: das Vertrauen seiner Kunden. Das CFA Institute, ein globales Forschungsinstitut, das vorwiegend aus Investmentprofis besteht, versucht jedes Jahr, diesen Vermögenswert zu messen, der so wichtig, aber auch so schwer zu beschaffen und zu erhalten ist. Laut der kürzlich veröffentlichten Umfrage (2019 durchgeführt) haben im allgemeinen nur 28% der Deutschen Vertrauen in Finanzprodukte (mit einem leichten Anstieg von 2% gegenüber 2018). Dies ist ein Ergebnis, das nicht sehr weit von dem von Großbritannien (33%) entfernt ist, sich jedoch deutlich von den 39% von Frankreich unterscheidet, ganz zu schweigen von 43% in Amerika oder sogar 69% in China. Nur die Australier (24%) und Japaner (27%) sind weniger zuversichtlich als die Deutschen. Der weltweite Durchschnitt des Investitionsvertrauens liegt jedoch bei 46%. Die Stichprobe der Befragten setzt sich aus 3.525 Privatinvestoren und 921 institutionellen Investoren aus insgesamt 15 beteiligten Ländern zusammen. In Deutschland wurden 921 private und 75 institutionelle Investoren befragt.


Es gibt noch andere Daten, die darauf hindeuten, dass die deutschen Berater noch viel zu tun haben, um das Vertrauen ihrer Kunden zu gewinnen. Zum Beispiel glauben im Vergleich zum internationalen Durchschnitt von 49% nur 34% der deutschen Privatinvestoren, dass ihre Berater in einer stürmischen Zeit an den Märkten ihre Portfolios optimal verwalten können. Wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen, glauben nur 17% der Deutschen, dass Finanzberater die richtige Quelle für ihre Entscheidungen sind, gegenüber dem internationalen Durchschnitt von 33%. Einer der Gründe für dieses Ergebnis liegt in zwei weiteren Daten. Zum einen glauben nur 9% der in Deutschland befragten Investoren, dass das Kundeninteresse ganz oben auf der Prioritätenliste der Berater steht. Zweitens halten im Vergleich zu einem internationalen Durchschnitt von 50% nur 41% der Anleger die Provisionskosten der erhaltenen Konsultationen für vollständig transparent.


„Die Anlageberatung wird in Deutschland leider noch immer stark mit Provisionssystemen und reinen Selbstzweck-Produkten assoziiert“, erklärt Susan Spinner, Geschäftsführender Vorstand der CFA Society Germany. Darüber hinaus fügt sie folgendes hinzu: „Das Thema Preistransparenz und Kosten hat zuletzt auch durch neue Anbieter im Markt, etwa FinTechs, Robo-Advisors oder ETFs, weiter an Aufmerksamkeit gewonnen“. Diese Daten sind wichtig, egal wie man sie berücksichtigen möchte. Der Grund dafür ist, dass sie den Beratern wichtige Hinweise geben, um ihr Beratungsangebot noch effektiver zu gestalten, vor allem dank des unersetzlichen Mehrwerts des Vertrauens.

 

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