ESG - Nachhaltigkeit

Wie nachhaltig investieren Versicherungsgesellschaften?

Verfasst von MoneyController am 17.02.2021

Nachhaltige Investments stehen zunehmend auf der Agenda. Ein entscheidender Schub in diese Richtung wird von Europa bzw. den EU-Institutionen gegeben. Insbesondere wird am 10. März die Verordnung „über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor“ in Kraft treten. Wie bereit sind die deutschen Vermittler und Finanzproduktanbieter für die kommenden Veränderungen? Die Zeitschrift Fondsprofessionell hat eine Analyse der Finanzbranche in Bezug auf ihren aktuellen Status hinsichtlich der ESG-Kriterien durchgeführt. Sehen wir uns die Ergebnisse für die Versicherungsbranche genauer an.

Die Untersuchung

Um die Ausrichtung der Versicherungsbranche auf nachhaltige Anlageparameter zu betrachten, verwendete das Magazin eine Umfrage der Analysegesellschaft Franke und Bornberg. Dieser gelang es, von 50% der Versicherer direkt Antworten und Angaben zu erhalten und den verbleibenden Teil des Marktes mit verfügbaren öffentlichen Informationen zu ergänzen. In die Umfrage wurden auch Lebens-, Kranken- und Haftpflichtversicherer sowie die größten Unfallversicherer einbezogen.

Die Standards

Während die Bereiche, für die ESG-Kriterien gelten, klar sind, erfolgt die konkrete Umsetzung dieser Kriterien nach nicht vollständig homogenen Standards. Dies gilt auch für Versicherer. Die meisten von ihnen,  67,7%, folgen jedoch einem der beiden wichtigsten Referenzstandards, dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) und der Global Reporting Initiative (GRI). Letztere wurde um das Jahr 2000 veröffentlicht und legt Richtlinien zur Transparenz nachhaltiger Investments fest. Der erste hingegen entstand 2010 und sieht 20 Kriterien und das folgende Prinzip vor: „comply or explain“. Das bedeutet, dass das Unternehmen entweder die Kriterien einfach erfüllt („comply“) oder begründet, warum es sie nicht einhält („explain“).

Das bevorzugte Kriterium ist das Ausschlusskriterium

Die Umfrage zeigt, dass 90,3 % der Versicherer Ausschlusskriterien nutzen bei der Ausrichtung an ESG-Kriterien. Das bedeutet, dass sie Unternehmen, die sich nicht an ESG-Kriterien halten, von der Kapitalinvestition ausschließen. Zu den wichtigsten (und häufigsten) Ausschlüssen gehören sicherlich Unternehmen, die explizit gegen das Pariser Klimaabkommen verstoßen. Vor allem aber werden Unternehmen ausgeschlossen, denen Korruption vorgeworfen wird, die die Menschenrechte nicht respektieren oder die umweltschädliche und gesundheitsgefährdende Substanzen produzieren. Das Ausschlusskriterium kann auch in Form einer fehlenden Versicherungsleistung bestehen. Das bedeutet, dass einige Versicherungsgesellschaften sich dafür entscheiden, Unternehmen nicht zu versichern, die z. B. in Bereichen wie der Steinkohleindustrie, der Rüstungsindustrie oder der Kernenergie tätig sind. Dies wird von einem sehr bedeutenden Anteil, gut 50 %, der Versicherungsgesellschaften getan.

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