Finanzmärkte / Wirtschaft

Wie beängstigend ist ein neuer Marktcrash?

Verfasst von MoneyController am 26.02.2021

Vor einem Jahr sahen sich die Staaten Europas, darunter auch Deutschland, unvorbereitet gegenüber der Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie. Im Vergleich zu damals scheint die Situation nun besser unter Kontrolle zu sein, aber die Befürchtung, dass sie immer noch aus dem Ruder laufen und eine neue Finanzmarktkrise auslösen könnte, ist immer noch da.

Der 18. März 2020 wird als einer der schwärzesten Tage in der Geschichte der deutschen Börse in Erinnerung bleiben. Innerhalb von drei Wochen fiel der DAX 30 von 13.800 Punkten Ende Februar auf 8.442 und verlor damit 40% seines Wertes. Damals sprachen Analysten von einer Katastrophe, von der man sich erst in ein paar Jahren erholen werde können. In den folgenden Monaten wurde die Vorhersage weitgehend widerlegt: Im Juli hatte der MSCI World den verlorenen Boden bereits wieder gutgemacht, während zwischen November und Dezember auch die US-amerikanischen und europäischen Indizes wieder auf Niveaus zurückkehrten, die sogar über denen vor der Krise lagen.

Bei näherer Betrachtung zeigt sich eine klare Trennung zwischen denen, die es geschafft haben, einen Vorteil aus der Situation zu ziehen, und denen, die immer noch unter den Folgen der Krise leiden. Auf der einen Seite gibt es Technologieunternehmen, Pharmaunternehmen und Lebensmittelketten, die ein nie dagewesenes Wachstum erlebt haben. Auf der anderen Seite steht das Transport-, Reise- und Gaststättengewerbe, das immer noch nicht auf eine solide Erholung hoffen zu können scheint.

Was sind die gravierendsten Anzeichen für diese Krise? Zunächst einmal ein zusätzlicher Schuldenberg, der sich allein in Deutschland mittlerweile auf 140 Milliarden Euro beläuft. Hinzu kommt die Beschäftigungskrise in den bereits erwähnten am stärksten betroffenen Sektoren. Schließlich besteht das (keineswegs geringe) Risiko, dass in den kommenden Monaten viele verschuldete Unternehmen gezwungen sein werden, Konkurs anzumelden.

Der Kreditmarkt scheint besser für eine Krise gerüstet zu sein als in den Jahren 2007-2008, das ist wahr. Aber eine anhaltende Krise könnte zu einem Anstieg der Rendite bei den Staatsanleihen führen, welche das Ausfallrisiko eines Landes messen. Das würde steigende Zinsen, neue geldpolitische Maßnahmen, eine galoppierende Inflation und eine Neuordnung des Aktienmarktes bedeuten. In der Tat gibt es viele, die glauben, dass der Markt in den letzten Monaten dem wirtschaftlichen Potenzial der Volkswirtschaft zu weit vorausgelaufen ist. Das Risiko einer schmerzhaften Korrektur scheint für viele gleich um die Ecke zu sein.

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