Finanzmärkte / Wirtschaft

Wer gewinnt im Moment an den Märkten?

Verfasst von MoneyController am 16.03.2021

Der „Die Welt“-Journalist Frank Stocker hat versucht, das Geschehen an den Finanzmärkten genauer unter die Lupe zu nehmen. Obwohl sich die Aktienrallye im Allgemeinen zu verlangsamen scheint, steigt der Markt weiter an. Doch wer ist für dieses Wachstum verantwortlich?

Stocker schaut sich Indizes und Branchen an, die allgemein als die vielversprechendsten gelten. Den MSCI ACWI, zum Beispiel. Der Index fasst bis zu 3.000 Unternehmen aus mehr als 50 Industrie- und Entwicklungsländern zusammen. Nun, der Index ist seit Jahresbeginn nur um 1,2% gestiegen. Woher kommen also die Kurssteigerungen? Die IT-Branche scheint nicht gerade der beste Ort zu sein, um danach zu suchen: Seit Jahresbeginn hat die Branche im Vergleich zum außerordentlichen Wachstum des letzten Jahres sogar an Boden verloren. Es gibt jedoch einen Sektor, der seit Jahresbeginn um 10% zugelegt hat und dank dieser Ergebnisse ein Kandidat für den neuen Marktsieger in diesem Jahr ist: der Finanzsektor.

Aus wirtschaftlicher Sicht kann der Finanzsektor mit beneidenswerten Zahlen aufwarten. Zunächst einmal hat er, wie vielleicht hinlänglich bekannt ist, den höchsten Umsatz der Welt: knapp 10 Billionen Dollar. Kein anderer Wirtschaftszweig kann ihm das Wasser reichen. An zweiter Stelle stehen die traditionellen Produzenten von Waren und Dienstleistungen und erst an dritter Stelle die IT-Industrie. Die Finanzwelt beschäftigt mehr als 18 Millionen Menschen und wird nur von den Produzenten langlebiger Konsumgüter übertroffen, die insgesamt 20 Millionen Menschen beschäftigen. Sven Lehmann, Fondsmanager beim Vermögensverwalter HQ Trust, weist darauf hin, dass die Finanzbranche jedoch in Sachen Nettogewinn unschlagbar ist: Sie erwirtschaftet allein 40% des Nettogewinns aller anderen zusammen.

Die Ergebnisse in Bezug auf den Nettogewinn werden von einem weiteren Rekord begleitet, nämlich dem Gewinn pro Mitarbeiter: 61.000 Dollar pro Kopf, verglichen mit 34.100 Dollar bei IT-Unternehmen. Der IT-Sektor schlägt den Finanzsektor nur, wenn man die Nettorendite im Verhältnis zum Gewinn betrachtet (d.h.die Gewinnmarge): im Fall der IT-Unternehmen liegt sie bei 11,7%, im Fall des Finanzbereichs bei 11,3%. Damit kommen wir zu dem, was für Stocker der springende Punkt ist: Angesichts dieses minimalen Unterschieds und des viel größeren Abstands zu anderen Bereichen ist der Preis von IT-Aktien relativ zu Finanzwerten nicht zu rechtfertigen. Dies könnte einer der Gründe sein, warum die Märkte ihre Werte anpassen, die Gewichtung von IT-Unternehmen verringern und die von Finanzunternehmen erhöhen.

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