Anlagen

Wasserstoff könnte das Benzin der Zukunft sein

Verfasst von MoneyController am 14.04.2020

Es gibt einen Sektor, der der allgemein negativen Entwicklung der Märkte und der erneuerbaren Energien zu widerstehen scheint. Zu den treibenden Faktoren gehört die tendenziell zunehmende Relevanz von Wasserstoff. Matthias Kutzscher, der auf dem Biallo.de-Portal darüber schrieb, führte eine sorgfältige Analyse der Aussichten für den Einsatz von Wasserstoff im Energiesektor durch, befasste sich aber auch mit den Auswirkungen, die dies auf Investitionen haben könnte. Wasserstoff ist in industriellen Prozessen bereits weit verbreitet. In der Industrie werden 70 Millionen Tonnen reiner Wasserstoff verwendet und 45 Millionen Tonnen, mit anderen Gasen vermischt. Es gibt jedoch noch zwei weitere Funktionen, die Wasserstoff in Zukunft erfüllen könnte – er könnte fossile Brennstoffe ersetzen aber auch als Speicher für Sonnen- und Windenergie dienen, die dann leicht in Elektrizität umgewandelt werden können. Wenn sich wasserstoffbezogene Technologien durchsetzen sollte, würde sich auch der Automobilsektor grundlegend verändern. Japan hat angekündigt, bis zum Jahr 2030 etwa 800.000 Autos mit einer Technologie auf den Markt zu bringen, mit der die Fahrzeuge auch mit Wasserstoff betrieben werden können, während Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier sagte, dass Deutschland in naher Zukunft das fortschrittlichste Land auf dem Gebiet der wasserstoffbezogenen Technologien werden wird. 


Der Entwicklung wasserstoffbezogener Technologien sind jedoch noch einige Grenzen gesetzt. Insbesondere die Batterien für Geräte bleiben immer noch viel billiger als Wasserstoffzellen, und im Automobilsektor werden deshalb Elektroautos vorerst effizienter bleiben. Darüber hinaus sind fossile Brennstoffe derzeit weitaus billiger zu verarbeiten und in effektive Brennstoffe umzuwandeln als Wasserstoff, der erzeugt werden muss da es keine Ablagerungen dieser Stoffe in der Natur gibt.


Kommen wir zurück zu Investitionen. Wie Kutzscher schreibt, spiegelt der Kapitalmarkt die embryonale Phase der Technologieentwicklung wider und bietet eine noch sehr kleine Auswahl an Anlagelösungen: etwas mehr als ein Dutzend Aktiengesellschaften, eine Handvoll ETFs und einige Nachhaltigkeitsfonds in Form von Zertifikaten. Was treibt die Preise in die Höhe? Einerseits die Notwendigkeit, auf fossile Brennstoffen basierende Energiesysteme zu überwinden, andererseits die Bereitschaft der Regierungen, diesen Trend zu beschleunigen. Die Unternehmen, in die investiert werden soll, unterscheiden sich erheblich voneinander, und Kutzscher analysiert die wichtigsten. Sie reichen von der britischen Ceres Power und ITM Power über die amerikanische Plug Power bis zur bayerischen SFC Energy. Allerdings  gibt es keine ETF-Fonds, die ausschließlich auf Wasserstoff konzentriert sind. Diesbezügliche Lösungen, die von Lyxor und iShares angeboten werden, sollten gesucht werden, so wie bereits LBBW (Landesbank Baden-Württemberg) und DNB (Den Norske Bank) Investmentfonds bereitstellen, die sich allgemein auf neue Technologien konzentrieren, aber auch (und nicht nur) auf Wasserstoff.

 

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