Investmentfonds

Was steckt hinter dem Erfolg des norwegischen Staatsfonds?

Verfasst von MoneyController am 02.02.2021

Die Daten der norwegischen Zentralbank zu den Ergebnissen des nationalen Staatsfonds sind schnell um die Welt gegangen: Innerhalb eines Jahres hat der Fonds 1.070 Milliarden Kronen verdient, was 102,5 Milliarden Euro entspricht. Dieses Ergebnis klingt noch unglaublicher, wenn man bedenkt, dass derselbe Fonds Mitte 2020 einen Verlust von nicht weniger als 18 Mrd. EUR auswies. Was steckt hinter diesem Erfolg?

Die Antwort ist einfach und liegt darin, dass der Fonds - wie sein Direktor Nicolai Tangen dem Handelsblatt erklärte - von seinen Investitionen in amerikanische Technologieriesen profitieren konnte. Die Aktien von Amazon, Microsoft, Apple und Tesla, die sich im Besitz des Fonds befinden, haben ihren Wert um 42% gesteigert, wodurch der Fonds 10,9% verdient hat und die Verluste aus Investitionen in Öl- und Gasunternehmen weitgehend kompensiert hat.

Der norwegische Staatsfonds wurde 1996 gegründet und bediente sich vor allem zu Beginn aus Einnahmen der Ölförderung. Tatsächlich hat die norwegische Regierung seit Jahren erhebliche Mittel beiseitegelegt und reinvestiert, um einem Problem der Zukunft vorzubeugen: dem Versiegen der Kohlenwasserstoffressourcen der Nordsee. Ziel ist es, das großzügige Sozialsystem des skandinavischen Landes, das weltweit für seine Effizienz bekannt ist, so lange wie möglich gewährleisten zu können. Zurzeit verfügt der Fonds über ein Vermögen von 1.161 Milliarden Euro, was 183.000 Euro für jeden einzelnen Bürger entspricht.

Interessant ist, dass - wie das Magazin Fondsprofessionell feststellt - die Politik des Fonds darin besteht, außerhalb der nationalen Grenzen zu investieren, mit dem präzisen Ziel, „eine Überhitzung der nationalen Wirtschaft zu vermeiden“. Dies ist sicherlich einer der Gründe, die den Fonds dazu veranlassten, nach Renditen aus Tech-Aktien in Übersee zu suchen. Es handelt sich aber auch um einen ziemlich diversifizierten Fonds: Er besitzt Anteile an bis zu 9.200 Unternehmen und besitzt alleine 1,5 % aller börsennotierten Aktien.

Das Portfolio des norwegischen Staatsfonds ist wie folgt aufgeteilt: 72,8% in Aktien, 24,7% in Anleihen und 2,5% sind in Immobilien investiert. Aus ökologischer Sicht hat der Fonds recht strenge Nachhaltigkeitsparameter im Einklang mit den ESG-Kriterien festgelegt, die zu einer schrittweisen Desinvestition von Unternehmen geführt haben, die diese nicht erfüllten.

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