Banken und Bankprodukte

Was sind die Pläne für den digitalen Euro?

Verfasst von MoneyController am 22.01.2021

Er wird das Bargeld nicht sofort ersetzen, aber die EZB hat keinen Zweifel: Früher oder später wird er kommen. Die Rede ist vom E-Euro, der ersten digitalen Währung der Europäischen Gemeinschaft. Auch Präsidentin Christine Lagarde hat dies bestätigt. Er wird nicht morgen bereit stehen, sagte Lagarde, aber dennoch sind große Schritte nach vorne gemacht worden. In der Tat will sich die EZB so viel Zeit wie nötig nehmen, um ein möglichst sicheres Produkt zu gewährleisten. Der Zeitrahmen, von dem man spricht, liegt bei etwa fünf Jahren, wie Klaus-Rainer Jackisch in einem Artikel in der Tagesschau gut erklärt.

Die Idee der EZB ist im Rest der Welt nichts Neues. In Schweden – wo es selbst beim Bäcker üblich ist, mit digitalem Geld zu bezahlen – arbeitet die Regierung mit Hochdruck an der Schaffung einer digitalen Krone. Gleiches gilt für China, wo die Volksrepublik nicht mehr weit von der Schaffung des ersten digitalen Yuan entfernt ist.

Der Unterschied zwischen digitaler Währung und Bargeld wird sicherlich nicht der Wert sein: der wird identisch sein. Was sich ändern wird, ist lediglich die physikalische Konsistenz. Viele haben sich gefragt, warum man nicht eine der bereits im Umlauf befindlichen digitalen Kryptowährungen übernimmt. Der Grund ist, dass die EZB keine Kontrolle darüber hätte. Damit würde sie eines ihrer wichtigsten geldpolitischen Instrumente verlieren.

Ja, aber wie wird dieses Geld aussehen? Mit ziemlicher Sicherheit wird es in verschiedenen Formen kommen, wahrscheinlich als App, aber auch als QR-Code. Natürlich wird es auch eine Möglichkeit geben, es offline zu nutzen (man denkt an ein Bluetooth-System). Das Girokonto, auf das wir unsere digitalen Euros einzahlen werden, wird vom traditionellen Konto getrennt sein und direkt von der EZB kontrolliert werden. Nein, wir werden nicht direkt mit der Zentralbank zu tun haben: Die Geschäftsbanken werden für die Verwaltung dieser Konten zuständig sein.

Die Tatsache, dass der Garant der letzten Instanz des Kontos die Zentralbank ist, ist sicherlich eine Garantie für Sicherheit. Der andere Vorteil ist, dass die Zahlungen keinerlei personenbezogene Daten an Dritte weitergeben (die EZB könnte dies nicht tun und hätte ohnehin kein Interesse daran, unsere Daten zu verkaufen). Damit würde eine Dimension des Datenschutzes gewährleistet, die bisher kein Zahlungsdienstleister  garantieren konnte.

Viele Geschäftsbanken befürchten die Einführung des digitalen Euro. Es würde für sie den Verlust eines großen Teils des Fremdkapitals bedeuten. Einige haben sogar von einem Viertel der Gesamtmenge gesprochen. Diese Kritik wurde jedoch teilweise dadurch entkräftet, dass die EZB beabsichtigt, für jeden Bürger eine Höchstgrenze an digitalen Euros festzulegen. Die Obergrenze für jedes Konto, über die man spricht, liegt nämlich bei 3.000 Euro, nicht mehr.

Mitte dieses Jahres wird die EZB eine wichtige Sitzung zu diesem Thema abhalten, in der entschieden werden soll, ob der eingeschlagene Weg weiterverfolgt wird oder ob einige wesentliche Änderungen vorgenommen werden sollen. Wie die Tagesschau ebenfalls feststellte, ist die Realisierung des Projekts keine Selbstverständlichkeit, man denke nur an die Beispiele Dänemark und Schweiz. In beiden Ländern wurden die Kosten, die mit der Einführung einer digitalen Währung verbundenen sind, höher eingeschätzt als der Nutzen. Die Pläne für eine dänische E-Krone und einen E-Franken wurden daher auf Eis gelegt.

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