Finanzmärkte / Wirtschaft

Was macht den Luxusmarkt so stark?

Verfasst von MoneyController am 11.01.2021

Der Luxusmarkt ist ebenfalls von der diesjährigen Krise betroffen, aber es gibt gute Gründe zu der Annahme, dass er sich schnell erholen wird. In einer Marktanalyse (durchgeführt von Frank Beaudry, Chris Dziubasik und Jeff Norin) hat die Gesellschaft Capital Group sieben Gründe aufgeführt, die dafür sprechen, dass der Luxusmarkt ein strukturell wachsender Markt ist.

  1. Der Luxusmarkt lässt sich in den weitgefassten Konsummarkt einordnen, ein Markt, der als treibende Kraft für die gesamte Weltwirtschaft fungiert. Es handelt sich um einen Markt, der seit 25 Jahren strukturell wächst. Dies zeigt auch die Tatsache, dass der Luxusmarkt um 1,3 Mal stärker gewachsen ist als das weltweite BIP.
  2. Der Luxusmarkt wird von der chinesischen Nachfrage angetrieben. In den letzten 10 bis 15 Jahren ist in China nämlich eine neue und riesige Mittelschicht entstanden, die begonnen hat, ihren Konsum auch in Richtung Luxus auszurichten.
  3. Der wachsende Wohlstand von Frauen steigert den Kauf von Luxusgütern; man denke an Handtaschen, Lederwaren, Kleidung und Schmuck. Im Jahr 2019 lag der Anteil der Frauen mit hohem Vermögen bei 45%, im Vergleich zu nur 24% im Jahr 2008.
  4. Der Markenwert (brand equity) erweist sich mittel- und langfristig als erfolgreich. Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH) ist der typischste Fall für eine Art von Wachstum, bei der die Marke im Mittelpunkt steht und nicht die größere Verbreitung von Geschäften auf der ganzen Welt. Das Wachstum der letzten Jahre betrug etwa 12% pro Jahr, ist jedoch hauptsächlich auf Preiserhöhungen dank der Marke zurückzuführen. Obwohl die Situation in diesem Jahr weitaus schwieriger war als erwartet, hat der Markenwert vieler Unternehmen nicht einmal eine Delle bekommen.
  5. Es gibt Branchen wie z.B. Schmuck, in denen die Logik der Marke noch nicht zum Tragen gekommen ist. Einmal eingeführt, kann der Markenmechanismus noch mehr Gewinn und Umsatz generieren.
  6. Die Entwicklung des E-Commerce schien gegen den Luxusmarkt gespielt zu haben; die Wahrheit ist, dass es den großen Herstellern gelungen ist, in den Markt einzutreten (zum ersten Mal hat beispielerweise der Schweizer Uhrenhersteller Patek Philippe begonnen, seine Uhren im Internet zu verkaufen) und ihr Prestige aufrechtzuerhalten. Die richtige Entscheidung war, keine Rabatte oder einen Ausverkauf ihrer Ware zu gewähren, wie es viele Lieferanten getan haben, die darauf bedacht waren, ihre Lagerbestände abbauen zu können.
  7. Die Nachfrage nach Luxusgütern - so die Analysten der Capital Group - ist nicht zurückgegangen: sie hat sich lediglich verlagert oder verzögert. Anstatt heute zu kaufen, beschloss man, den Einkauf auf das nächste Jahr zu verschieben. Oder anstatt in London oder Mailand einkaufen zu gehen, sind viele chinesische Käufer nach Peking oder Shanghai gegangen. Die Ausgaben für Luxusgüter werden im Jahr 2020 sicherlich hinter den Erwartungen zurückbleiben, aber die Ausgaben im Jahr 2021 könnten einen Großteil der entgangenen Einnahmen ausgleichen.

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