Staatsanleihen und Zinsen

Willkommen zurück, Inflation: Warum dies eine gute Nachricht sein kann

Verfasst von MoneyController am 17.05.2021

Wie sehr muss man sich vor der Inflation fürchten? Laut "Die Welt"-Redakteur Frank Stocker in einer Hinsicht überhaupt nicht.

Ein derart hoher Wert für das US-Inflationswachstum von +4,2 %, wurde seit 1982 nicht mehr gesehen. Dies war der Grund, der die Märkte letzte Woche unter Druck gesetzt hat. Da Europa derzeit die Situation in den USA als Vorgeschmack auf das betrachtet, was bei uns passieren wird, ist der Grund für die Besorgnis vieler Kommentatoren klar: Eine ähnlich hohe Inflation könnte auch uns treffen.

Stocker hält dies jedoch nicht für ein Problem, sondern im Gegenteil für eine normale Folge der wirtschaftlichen Erholung. Auch die Zentralbanken denken übrigens, dass wir es mit einem temporären Phänomen zu tun haben. Schließlich gibt es noch einen weiteren Grund, warum die Bürger Europas und insbesondere die deutschen Sparer von einer konstanten Inflationsrate von 2% profitieren könnten. Welchen? Das Ende der Negativzinsen.

Betrachtet man das Handeln der Notenbanken, so war für Stocker das genaue geldpolitische Ziel der Zentralbanken - nach der Rettung des Finanzsystems - die Eindämmung der Deflation. Aber von der Zufuhr großer Mengen an Liquidität profitierten jedoch nur teilweise der Aktienmarkt und der Immobilienmarkt. Jetzt aber könnte sich die Situation ändern: Angesichts der normalen Inflation könnte die EZB ihre Geldpolitik endlich straffen.

Stocker fragt sich, ob diese Situation außer Kontrolle geraten könnte, also eine ungezügelte Inflation erzeugen könnte. Es gibt mindestens zwei Gründe, die uns beruhigen können. Der erste ist, dass die EZB bei einem zu schnellen Anstieg der Inflation genügend Spielraum für Zinserhöhungen hätte. Der zweite ist, dass die Zinssätze höhere Kosten für die Staatsschulden bedeuten würden. Aber wer hält die meisten davon in Europa? Die EZB. Die Kosten der Schuldenfinanzierung würden also in Einnahmen umgewandelt, die auf die verschiedenen Staaten, die Aktionäre der Zentralbank sind, umverteilt würden.

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