Finanzberatung

Finanzberatung: Abschied von der Provisionsberatung?

Verfasst von MoneyController am 04.09.2021

Ist es möglich, auf eine Provisionsberatung zu verzichten? Prof. Dr. Michael Heuser, wissenschaftlicher Direktor des DIVA, glaubt nicht. Das DIVA ist das Forschungsinstitut des Bundesverbandes Deutscher Vermögensberater (BDV) und der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW). Schauen wir uns einige der von Heuser angeführten Gründe genauer an.

Heusers Intervention basiert auf dem Vorschlag der Linken und der Grünen, Provisionen als Vergütungsform für Finanzberater abzuschaffen. Damit bliebe nur noch das Honorar als legitime Vergütungsmethode übrig. Dies würde die Finanzberater mit den Steuerberatern und Rechtsanwälten gleichstellen. Angesichts dieser objektiven Angebotsreduzierung würden sich die Parteien verpflichten, die Rolle und die Verantwortung der Verbraucherzentralen im Beratungsbereich zu stärken.

Heuser sieht in der politischen Maßnahme allerdings den Ansatzpunkt einer so genannten "hidden agenda". Es ginge nicht darum, ein hehres Ziel zu verfolgen, nämlich intransparente Praktiken einzuschränken, wie etwa die Provisionen bei der Restschuldversicherung von Banken und Sparkassen - für die im Übrigen bereits Beschränkungen vorgesehen sind (die Heuser auch für gerecht hält). Auf dem Spiel stünde ein direkter Angriff auf die private Vorsorge, der, wenn er erfolgreich sei, viel Beratungsspielraum nehmen und die Altersvorsorge, Pflege und Gesundheit wieder dem staatlichen Monopol unterstellen würde.

Benachteiligt durch diese Maßnahme wären selbstverständlich nicht nur die Betreiber des Sektors, die ihre Vergütung aus dem Provisionssystem beziehen: Wir sprechen hier von 250.000 Menschen. Denn wenn man an die Stundensätze für eine Beratung denke, die bei etwa 150 Euro pro Stunde liegen (bei Anwälten sind es 250 Euro), werde klar, dass viele Menschen solche Kosten auf Dauer nicht tragen könnten.

Doch der Bedarf an Beratung wächst. Auf der einen Seite erleben wir die schrittweise Schließung von Bankfilialen inklusive der dort erfolgten Beratungen. Auf der anderen Seite wird die Werbung für Investitionen im Internet immer vielfältiger und aggressiver, und es ist schwierig, sich in diesem Chaos zurechtzufinden. Die Politik riskiere, laut Heuser, die Möglichkeit zu nehmen, auf eine Form der Finanzberatung zählen zu können, die auch Geringverdienern zugänglich ist.

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