Vermögensverwaltung

Die Rolle von Methodik und Intuition bei der Vermögensverwaltung

Verfasst von MoneyController am 07.10.2021

Didier Saint-Georges ist Mitglied des Strategic Investment Committee und Managing Director von Carmignac. Im Magazin "Das Investment" wurde ein Artikel von ihm veröffentlicht, in dem er die Rolle von Rationalität und Intuition in der Welt der Geldanlage erläutert.

Die harte Arbeit des Vermögensverwalters

Harte Arbeit, die des Vermögensverwalters. Wie Saint-Georges schreibt, wenn es so einfach wäre, den Markt zu schlagen, dann wäre der Markt nicht der Ort der Chancen, der er ist, denn die Chancen würden sofort von allen genutzt. Stattdessen sei es sehr schwierig, den Markt zu schlagen, und deshalb sei die Aufgabe des Vermögensverwalters ebenso schwierig. Was braucht es, um ein guter Vermögensverwalter zu sein? Neben den unverzichtbaren Fachkenntnissen spricht Saint-Georges von Teamwork und viel, viel harter Arbeit. Bei der aktiven Vermögensverwaltung kann man sich selbst helfen, indem man auf Daten zurückgreift. Es scheint ein zuverlässiger Weg zu sein, um Berechnungen anzustellen sowie Prognosen und Entscheidungen zu treffen. Wie Saint-Georges schreibt, sind jedoch nicht alle Daten geeignet, um sie zu berücksichtigen. Oft gibt es ein Hintergrundrauschen in den Daten, das eine Auswahl der wirklich wichtigen Daten verhindert. Wie kann diese Schwierigkeit überwunden werden?

Vermögensverwaltung, zwischen Methodik und Intuition

Solange die künstliche Intelligenz noch nicht ausgereift ist, kann laut Saint-Georges ein gewisses Maß an Intuition, die sich aus der eigenen Meinungsbildung und der Vertrautheit mit den Finanzmärkten ergibt, durch nichts ersetzt werden. Diese Intuitionen bilden die Grundlage für viele Entscheidungen der Manager. Diese Entscheidungen müssen dann jedoch mit den Märkten abgeglichen werden, die nicht sofort eine eindeutige Bestätigung dafür liefern, ob eine Strategie wirksam ist oder nicht. Es bleibt also zu prüfen, ob die implementierte Strategie funktioniert. Edouard Carmignac, sagt Saint-Georges, verwende gerne die Metapher des Gärtners. Es sei in Ordnung, Pflanzen immer weiter zu beschneiden, um ihnen die gewünschte Form zu geben, wenn sie wachsen, aber man muss aufpassen, dass man sie nicht zu stark beschneidet und sie dann zu dünnen Sträuchern werden. Kurzum: Eine Änderung der Strategie, zumindest zu Beginn, kann nützlich und in manchen Fällen sogar notwendig sein, aber man darf nicht riskieren, dass dies so willkürlich erfolgt, dass ihre Wirksamkeit beeinträchtigt wird.

Die Bestätigungsfalle und das Risikomanagement

Eine weitere Gefahr, die es zu vermeiden gelte, ist, in die "Bestätigungsfalle" ("confirmation bias") zu tappen, die darin besteht, nur die Signale zu berücksichtigen, die unsere Vorstellungen bestätigen. Um dies zu vermeiden, sollte man seine Ergebnisse objektiven Protokollen unterziehen und sich ihrem Urteil unterwerfen, anstatt dem eigenen, das Gefahr läuft, impressionistisch zu sein. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man damit Fehler vollständig aus dem Anlagehorizont eliminiert. Wie Saint-Georges schreibt, sollte man nicht vergessen, dass sich nur 60 % der von einem Manager getroffenen Entscheidungen als richtig erweisen. Fehler sind daher ein struktureller Aspekt von Investitionen. Es sei daher notwendig, die Renditestrategien mit denen des Risikomanagements zu kombinieren, um die tatsächlich unvermeidlichen Fehler zu minimieren. 

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