Finanzmärkte / Wirtschaft

Tilray und Cannabis-Aktien laufen: ein neuer GameStop-Fall?

Verfasst von MoneyController am 13.02.2021

Die Nachricht, dass das kanadische Unternehmen Tilray eine Partnerschaft mit Growth Pharma eingehen wird, hat den Wert der Aktie buchstäblich durch die Decke schießen lassen. Die Aktie sprang innerhalb weniger Stunden nach der Ankündigung um 40% in die Höhe, und am Mittwoch war das Wachstum mit einem Plus von 51% sogar noch heftiger. Die Aktie hat ihren Wert seit Jahresbeginn versechsfacht und war in dieser Woche der meistgehandelte Wert beim deutschen Broker Flatex. Hinter der Euphorie der Märkte scheint sich für einige, ein neuer Fall GameStop zu verbergen. Der Grund ist folgender: Dem Anstieg ging ein Artikel voraus, der auf „WallStreetBets“ erschien, einem Forum, das zur Plattform Reddit gehört.

Wie Angela Göpfert auf Tagesschau.de schreibt - die Ansicht der Plattform Marketwatch wiedergebend-, ist ernsthaft davon auszugehen, dass dieses Wachstum auf das koordinierte Handeln von im Internet aktiven Kleininvestoren zurückzuführen ist. Es gibt in der Tat einige Ähnlichkeiten. Tilray teilt sich mit GameStop eine sehr hohe „Short-Interest“-Quote. Das bedeutet, dass auf dem Markt viele Leerverkäufe dieser Aktien stattfinden. Der Grund dafür ist, dass man einen Kursverfall der Aktie von Tilray erwartet. Genau wie im Fall von GameStop. Die Aktion der Online-Investoren war bisher jedoch nur bedingt erfolgreich: Der Kurs erlitt am Donnerstag einen starken Rückschlag und verlor 16% seines Wertes.

Hinter den Leerverkäufen der Tilray-Aktien stehen, wieder wie im Fall von GameStop, einige Hedgefonds. Aber wieso haben einige Investmentfonds gegen das Wachstum des Cannabis-Sektors gewettet? Der Grund ist, dass sie die Kursrally nach dem Sieg der Demokratischen Partei in den USA als übertrieben beurteilt hatten. Der Sektor - Göpfert nennt als Beispiel die ETFs North America Cannabis Select und Alternative Harvest - hatte in den letzten Monaten seinen Wert an der Börse verdoppelt, da sich sowohl Joe Biden als auch Kamala Harris für eine schrittweise Legalisierung des Cannabismarktes ausgesprochen hatten.

Was in diesen Tagen geschieht, ist also das Ergebnis eines prognostizierten Wachstums in diesem Sektor, dessen Ausmaß noch schwer abzuschätzen ist. Hedge-Fonds hatten daher - auch aufgrund des enttäuschenden Wachstums des Sektors in den letzten Jahren - begonnen, auf eine Dämpfung der Erwartungen zu wetten. Andere Investoren hingegen sind der Ansicht, dass der Markt für Wertpapiere, die in Cannabis investieren, eben dank der kommenden Reformen in den USA einen strukturellen Trend in diesem Sektor erleben könnte.

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