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SPAC: auch an der Frankfurter Börse wird es einen Boom geben

Verfasst von MoneyController am 22.02.2021

SPACs boomen. In diesen anderthalb Monaten sind bereits mehr als die Hälfte der SPACs des gesamten letzten Jahres auf den Markt gebracht worden. Zusammen haben sie bereits 38 Milliarden Dollar eingesammelt. Auch die Frankfurter Börse scheint dem Trend zu folgen: Seit heute ist die Firma Lakestar aktiv, die bis zu 275 Millionen Euro einsammeln will.

SPAC ist ein englisches Akronym, das für „Special Purpose Acquisition Company“ steht. Dies sind Unternehmen, die die spezielle Aufgabe haben, Geldmittel zu beschaffen, um danach andere Unternehmen zu erwerben. Dieses Ziel wird auf den Finanzmärkten durch das Angebot von Aktien im Rahmen eines Börsengangs (IPO, was „Initial Public Offering“ bedeutet) verfolgt. Hinter einem SPAC steht in der Regel ein sogenannter „Sponsor“, typischerweise ein Finanzmarktprofi. Dies kann ein Manager, ein Banker oder ein Spezialist für bestimmte Anlagesektoren sein. Seine Qualifikation dient in der Regel als Garantie für den Börsengang.

Ein besonderer Aspekt von SPACs ist, dass es nicht erforderlich ist, das Kaufziel im Voraus anzugeben. Aus diesem Grund werden diese Unternehmen als „blank check companies“ („Blankoscheck-Unternehmen“) bezeichnet. Die Manager eines SPACs haben zwei Jahre Zeit, um ein Unternehmen zu finden, das sie erwerben möchten. Wenn die Übernahme scheitert, erhalten die Investoren ihr Geld zurück.

Das erste deutsche SPAC war Germany1, das bereits 2008 an der Amsterdamer Börse notiert wurde. Nach dieser Erfahrung wurden im Jahr 2010 zwei weitere registriert. Die Anzahl dieser Geschäftstätigkeit ist weltweit von 24 SPACs im Jahr 2016 auf 256 im Jahr 2020 gestiegen. Zurückkommend zur Frankfurter Börse, Lakestar kann auf wichtige Sponsoren wie JP Morgan, Morgan Stanley und die Deutsche Bank zählen. Stefan Weiner, Leiter des Kapitalmarktgeschäfts Nordeuropa bei JP Morgan, prognostiziert, dass die Zahl der SPACs in Europa in diesem Jahr bis zu einem Dutzend betragen könnte.

SPACs gelten als bevorzugter Weg, um Zugang zu den Kapitalmärkten zu erhalten. Sie bedienen sich oft sehr berühmter Namen als Garantie: von Jean Pierre Mustier, dem ehemaligen Chef von Unicredit, bis hin zum Präsidenten von LVMH Bernard Arnault. Es scheint, dass sie daher die Finanzierungszeiten für eine Investition verkürzen könnten. In Wahrheit - so berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung in einem Artikel zu diesem Thema - könnten SPACs eine gewisse Enttäuschung für Investoren darstellen. Die Verwaltungskosten könnten höher sein als erwartet. Die Gründe dafür sind: die langen Vorlaufzeiten und der Einsatz von Spezialisten während der komplizierten Managementphase des Unternehmenskaufs sowie die hohen Vergütungen für die Manager.

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