Versicherungen

Solo-Selbstständige, wie ist die Renten- und Versicherungssituation?

Verfasst von MoneyController am 17.03.2021

Die Solo-Selbstständigen sind eine wachsende Realität in Deutschland. Seit den 1990er Jahren haben sie die beachtliche Zahl von 2,2 Millionen erreicht und entsprechen 5% der Erwerbstätigen. Wie ist die allgemeine Situation ihres Altersversorgungs- und Versicherungssystems?

In einem längeren Artikel zu diesem Thema, der in der Zeitschrift Business Insider erschien, finden sich mehrere interessante Erfahrungsberichte, die sich allgemein auf Solo-Selbstständige beziehen. Im spezifischeren Finanzbereich hat das Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) errechnet, dass 10% der Solo-Selbstständigen finanziell so gut gestellt sind, dass sie keine Versicherungs- oder Rentenprobleme haben. Einschließlich dieser 10% sind zwischen 75% und 80% der Selbstständigen versichert oder leisten in irgendeiner Form Rentenbeiträge. Der verbleibende Teil ist jedoch nicht in der Lage, für seine finanziellen Ziele in der Zukunft ausreichend vorzusorgen.

Bei näherer Betrachtung, ist die Situation jedoch etwas komplizierter. Nur bestimmte Gruppen von Solo-Selbstständigen müssen obligatorisch Rentenverträge für das Alter abschließen, darunter Handwerker, bestimmte Gruppen von Künstlern, Hebammen oder freiberufliche Lehrer. Laut Veronika Mirschel, Leiterin des Referats Selbständige bei Verdi (Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft), deren Meinung im selben Artikel zitiert wird, sollten alle Selbstständigen dazu verpflichtet werden, aber die Last sollte in Form einer Abgabe auf den Auftraggeber und nicht auf den Selbständigen fallen.

Ganz anders verhält es sich mit der Krankenversicherung. In diesem Fall sind alle Solo-Selbstständigen zur Zahlung derselben verpflichtet. Aber die Ungleichbehandlung von Arbeitnehmern und Selbstständigen ist in diesem Fall für Mirschel sehr deutlich: Während Arbeitnehmer auf Basis ihres Einkommens zahlen, wird bei Selbstständigenein Netto-Mindesteinkommen von 1.038 Euro als Basis angesetzt. Die Gruppe der Geringverdiener verliert also 38% ihres Einkommens, nur um die Krankenversicherung zu bezahlen. Immerhin haben die Fachverbände bereits eine Absenkung des Mindesteinkommens als Berechnungsgrundlage erreichen können, bis 2019 lag es noch bei 2.284 Euro.

Wie der Artikel ausführt, fordern die Berufsverbände seit langem einheitliche Honorartariftabellen, die sich an den Beschäftigungsbereichen der Selbstständigen orientieren. Die Nachahmung dieses Modells auch unter dem Gesichtspunkt der Rente und Versicherung, so schlagen einige von Business Insider Befragte vor, könnte die Situation des Sektors vereinfachen und allen Solo-Selbstständigen das Anrecht gewähren, für ihre eigene Rente und Versicherung zu sorgen.

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