Behavioral Finance

So vermeiden Sie FOMO und nutzen TINA, während Sie auf den Märkten die Nerven behalten

Verfasst von MoneyController am 18.03.2021

2020 war ein Jahr, in dem viele unserer Gewissheiten in Frage gestellt wurden. Wenn diese Überlegung im Allgemeinen zutrifft, dann gilt sie umso mehr, wenn man die Aktienmärkte betrachtet, wo Emotionalität oft eine noch größere Rolle spielt als Rationalität. Auf dem Portal extraETF hat Timo Baudzus einige Gedanken zu diesem Thema geschrieben, die eine kurze Betrachtung wert sind.

Wer hätte gedacht, dass der DAX30 ein Jahr nach einem der schlimmsten Kurseinbrüche seiner Geschichte in Richtung der 15.000er-Marke marschieren würde? Laut Baudzus mangelt es nicht an Anzeichen für eine etwas riskante Euphorie. Da ist zum Beispiel der wahnsinnig hohe Ansturm auf Bitcoins. Oder der Erfolg von SPACs (Special Purpose Acquisition Companies), Anlageformen, die auch als "Blankoschecks" bezeichnet werden, da man nicht in ein konkretes Unternehmen, sondern in Projekte zur Transformation von Unternehmen investiert.  Baudzus zitiert einen berühmten Anlageexperten, André Kostolany, der sagte: "Die Börse reagiert gerade mal zu zehn Prozent auf Fakten. Der Rest sind pure Emotionen".

In dieser Zeit gibt es zwei Kürzel, die das Anlegerverhalten gut beschreiben. Das erste ist FOMO, was für "fear of missing out" (Angst, etwas zu verpassen) steht; es ist die Angst, hinter andere zurückzufallen, d.h. in einem wachsenden Markt Gewinnchancen zu verpassen, Das zweite ist TINA, was für "there is no alternative" steht; dies bedeutet, dass angesichts der niedrigen Zinsen die einzige Alternative für renditesuchende Anleger die Investition in den Aktienmarkt ist. Für Baudzus ist FOMO gefährlich, während TINA wirklich eine Chance ist. Aber unter einer Bedingung. Schauen wir mal, welche.

Die Deutsche Bank prognostiziert für die Jahre 2021 und 2022 ein Wachstum der Weltwirtschaft von 6,8% bzw. 4,6%. In den USA wird dieses Wachstum nur geringfügig niedriger ausfallen: 6,6% und 4,7%. In Europa hingegen werden es 4,6% bzw. 4,8% sein. Bei einer grundsätzlich moderaten Inflation, die in den USA bei 2,6% und 2,1% und in Europa bei 0,8% erwartet wird, scheint eine Investition in Aktien wirklich das Richtige zu sein. Die Situation ist, kurz gesagt, wirklich vorteilhaft. Die Grundvoraussetzung für den Erfolg ist für Baudzus jedoch, dass die Planung der eigenen Investitionen eine mittel- und langfristige Perspektive hat und diese von einer präzisen Anlagestrategie bestimmt werden.

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