Vermögensverwaltung

So verhalten sich Sparer in Krisenzeiten

Verfasst von MoneyController am 06.06.2020

Was haben die letzten zwanzig Jahre aus Sicht der Sparer gemeinsam? Eine mögliche Antwort sind die häufigen Turbulenzen an den Finanzmärkten. ING Deutschland hat Barkow Consulting beauftragt, das Verhalten deutscher Sparer zu analysieren. Die Sparer waren in den letzten Jahren viel Stress ausgesetzt: der Dotcom-Blase (2000-2005), der Finanzkrise (2007-2009), der Krise in der Eurozone (2012-2013), die Niedrigzinskrise (2014-2019 ff.) und schließlich die mit dem Coronavirus verbundene Krise (2020). Seit Beginn des Jahrtausends bevorzugen die Deutschen Spareinlagen (+ 61%) und haben stattdessen ihre Investitionen in Wertpapiere (-30%) aber auch in Versicherungen (-16%) zurückgefahren. Die große Flucht der Anleger aus den Finanzmärkten erfolgte insbesondere nach der Finanz- und der mit der Eurozone verbundenen Krise. Die Investitionen in Anleihen waren am stärksten rückläufig und gingen in den Portfolios der Privathaushalte auf weniger als 2% zurück. Sie verschwinden praktisch. Ein besseres Schicksal haben jedoch Investmentfonds erlebt, die seit Mitte dieses Jahrzehnts an Boden gewonnen haben.


Der stärkste Trend war jedoch, Bargeld unter das Kopfkissen zu legen. Die Bargeldverfügbarkeit der Deutschen wird auf den Rekordwert von 253 Milliarden Euro geschätzt. Die Coronavirus-Krise verstärkt diesen Trend nochmals. Man schätzt, dass die Unsicherheit dieser letzten Monate zu einem Anstieg um 30 Milliarden Euro führte, von denen sechs aus deutschen Privathaushalten stammen. Thomas Dwornitzak, Leiter Sparen & Anlegen bei der ING Deutschland, betrachtet dies als unrentable Strategie für Anlagen, die insbesondere der Inflation ausgesetzt sind, vor allem wenn sie in Bank- oder Bareinlagen verbleiben. Die Deutschen haben ihr finanzielles Vermögen sicherlich nicht verringert. Tatsächlich erreichte das finanzielle Vermögen der Deutschen einen Rekordwert von 6,5 Milliarden. In den letzten zwanzig Jahren hat es sich mehr als verdoppelt. Aber die Hälfte davon endete auf Girokonten oder unter dem Kopfkissen.

 

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