Finanzmärkte / Wirtschaft

Schwellenländer sind zurück auf der Bildfläche

Verfasst von MoneyController am 17.02.2021

Vor etwas mehr als einem Jahr schien es, als würde Asien die schwersten Folgen der Coronavirus-Pandemie zu spüren bekommen. Heute hat sich die Situation fast umgekehrt: Während in den Ländern Europas und Amerikas die Pandemie weiterhin stark präsent ist und die Wirtschaft sich nur schwer erholt, scheint die Situation in Asien fast wieder zur Normalität zurückgekehrt zu sein.

Die Situation am Aktienmarkt spiegelt zweifelsohne die vollständige Erholung der asiatischen Märkte wider. Vor etwa einem Jahr schienen die asiatischen Aktienmärkte den Tiefpunkt erreicht zu haben. Der Index von China, Taiwan, Korea und Indien verzeichnete einen Verlust von über 40%. Die heutige Situation ist im Vergleich dazu wirklich beeindruckend: Korea und Taiwan haben ihre Aktienperformance um 130% verbessert, Indien hat sie verdoppelt und der MSCI China ist um 50% gewachsen. Diese Zahlen wurden auf der Website ExtraETF (in einem vom Vermögensverwalter Stephan Albrech unterzeichneten Artikel) hervorgehoben. Die oben genannten Länder sind zweifellos die repräsentativsten, da sie allein rund 70% des MSCI Emerging Markets ausmachen. Allein auf China entfällt mehr als ein Drittel des Indexes.

Seit März 2020 hat der MSCI Emerging Markets um erstaunliche 80% zugelegt. Natürlich sind auch die europäischen und US-amerikanischen Aktienmärkte nach dem starken Einbruch im März/April wieder zu einem furiosen Wachstum zurückgekehrt. Zwei Unterschiede sind jedoch erwähnenswert. Zum einen ist der MSCI Emerging Markets stärker gewachsen (der Euro Stoxx 50 ist z.B. seit März „nur“ um 56% gestiegen) und etwas stetiger. Der zweite ist, dass dieser historische Durchmarsch eine Situation der Unbeweglichkeit ausgelöst zu haben scheint: Das abwechselnde Auf und Ab der Märkte ist zu einem permanenten Wachstum geworden.

Hinter diesem Wachstum steht jedoch ein spezifischer wirtschaftlicher Sachverhalt, der gewiss große Resonanz gefunden hat: die Gründung der „Regional Umfassenden Wirtschaftlichen Partnerschaft“ (Regional Comprehensive Economic Partnership RCEP). Es ist die größte Freihandelszone der Welt. Das Gebiet besteht aus fünfzehn Ländern (darunter China, Thailand, Vietnam, die Philippinen, Indonesien, Japan und Australien), die ein BIP von 25 Billionen Dollar erwirtschaften und eine Gesamtbevölkerung von 2,2 Milliarden Menschen haben. Die Wirtschaftszahlen entsprechen 29% des weltweiten BIP. Aus menschlicher Sicht ist es sicherlich die größte Freihandelszone der Welt. Aus wirtschaftlicher Sicht bleibt sie jedoch immer noch vier Punkte hinter der Europäischen Union zurück.

Die Erwartungen an dieses wichtige Handelsabkommen, dem Indien noch nicht beigetreten ist, haben die Indizes der Schwellenländer daher in die Höhe schnellen lassen. Die Versprechungen, die diese Institution mit sich bringt, sind vielfältig, angefangen bei einer radikalen Vereinfachung des zwischenstaatlichen Zollsystems. Angesichts dieses vielversprechenden Wachstums sind immer mehr Investoren – ebenso wie Albrech – davon überzeugt, dass die Schwellenländer in den Anlageportfolios nicht länger ignoriert werden dürfen.

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