Finanzmärkte / Wirtschaft

Die Staus der Frachter bedrohen den Welthandel und auch die deutsche Wirtschaft

Verfasst von MoneyController am 22.06.2021

Nach dem Unglück der Ever Given, die im Suezkanal feststeckte, kommt eine neue Bedrohung auf den Weltmarkt zu, auch diesmal durch einen neuen Schiffsstau. Einige Häfen in China werden derzeit gesperrt, da es eine alarmierende Rückkehr des Coronavirus gegeben hat. Obwohl sich die Situation bald wieder normalisieren sollte, könnten sich diese Verzögerungen negativ auf die wirtschaftliche Erholung in Deutschland auswirken.

Die Maßnahmen, die ergriffen wurden, um einen gefährlichen Ausbruch in der südchinesischen Region Guangdong im Keim zu ersticken, haben bereits Auswirkungen auf den Welthandel. Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Gabriel Felbermayr, behauptet, dass dieses Geschehnis noch schwerwiegendere Folgen haben werde als die Blockade des Suezkanals. Besonders kritisch sei die Situation im Hafen von Yantian, in den Schiffe nicht einlaufen können, wenn sie es nicht geschafft haben, drei bis sieben Tage im Voraus zu buchen. Das Ergebnis ist, dass einer der größten Staus der kommerziellen Schifffahrt aller Zeiten erzeugt wird.

Das Tempo der deutschen Produktion ist aufgrund von Produktionsengpässen bereits in Mitleidenschaft gezogen worden: -2,7 % wurden im Mai verzeichnet, mit der Prognose, dass der Juni den gleichen negativen Tenor aufweisen dürfte. Die weltweit führende Containerlinie, Maersk, hat bereits Lieferverzögerungen von 14 bis 16 Tagen angekündigt. Die Tagesschau zitiert Nick Marro, Analyst für den Bereich Welthandel bei der Economist Intelligence Unit (EIU) in Hongkong, mit den Worten, dass, obwohl sich die Lage in Guangdong bereits wieder zu normalisieren scheine, sich die Folgen dieses Rückstaus noch über Wochen hinziehen könnten.

Die deutschen Industrieverbände - darunter der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und die Industrieverbände der Automobilindustrie, des Maschinenbaus und der Chemie - haben in einem öffentlichen Brief an Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) folgende Kritikpunkte angeprangert: das Fehlen von Containern, fehlende Transportkapazitäten, systematische Verspätung der ankommenden Schiffe, Qualitätsverschlechterung und rapide steigende Transportkosten. Die große Reederei Hapag-Lloyd versuchte, den Ton des Briefes abzumildern, indem sie auf die Notwendigkeit hinwies, gemeinsam an der Lösung von Herausforderungen zu arbeiten, die alle Akteure der Produktions- und Transportbranche betreffen.

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