Wertbeständig

Was ist von Gold zu erwarten?

Verfasst von MoneyController am 28.01.2022

Seit einiger Zeit scheint Gold bei Finanzinvestoren kein großes Glück mehr zu haben. Aber wie sieht es wirklich aus? Und was sind die Gründe für die Preisstagnation der letzten Monate?

Die Stagnation des Goldpreises

Nach seinem Höchststand im Sommer 2020, als eine Unze Gold mehr als 2.000 USD wert war, begann das Edelmetall einen langsamen Abstieg. Heute ist es knapp unter 1.800 USD pro Unze wert. Es gab Zeiten, in denen der Goldpreis wieder über 1.900 USD gestiegen ist, und Zeiten, in denen er unter 1.700 USD gefallen ist. Nun, der Rückgang des Goldpreises nach dem Sommer 2020 lässt sich mit einer Hausse an den Aktienmärkten begründen. Aber wie lässt sich die derzeitige Preisstagnation rechtfertigen, wenn in den Finanznachrichten meist von einem Bärenmarkt und Inflation die Rede ist, also von Bedingungen, die typischerweise die Preise für Edelmetalle in die Höhe treiben?

Warum steigt der Goldpreis nicht wieder?

Einer der Gründe, warum Gold in den letzten Wochen unterdurchschnittlich abgeschnitten hat, ist die Stärke des US-Dollars. Die expansive Politik hat die US-Wirtschaft stark angekurbelt, die im Jahr 2021 um 6,9 % wuchs, während zuvor 5,5 % prognostiziert worden waren. Der Preis dafür war ein fast unkontrollierter Anstieg der Inflation. Die Federal Reserve wird jedoch bald ihre Kräfte mobilisieren, um der Inflation entgegenzuwirken, insbesondere durch eine Anhebung der Zinssätze. Wie Flavio Ferrara von FX Empire anmerkt, bewegt sich der Leitzins für 10-jährige US-Staatsanleihen jetzt in Richtung 2 %. Da die Zinsen für festverzinsliche Wertpapiere steigen, wird der Goldpreis zwangsläufig unter Druck geraten.

Zukunftsaussichten für Gold

Gold macht jedoch keine so schwierige Zeit durch. Der World Gold Council hat ermutigende Zahlen für 2021 vorgelegt. Die Nachfrage nach Gold ist von 3.658 Tonnen im Jahr 2020 auf 4.021 Tonnen im Jahr 2021 gestiegen. Insbesondere die Schmuckindustrie verzeichnete einen Anstieg der Goldnachfrage um 67 %, während die Nachfrage nach Goldmünzen um 31 % und die industrielle Verwendung des Edelmetalls um 9 % zunahm.

Auch der Zeitfaktor spielt zugunsten von Gold. In einem Artikel von Federico Dalla Bona in FX Empire äußert sich Jim Wyckoff, Herausgeber von Kitco News, dazu. Die Inflation wird wahrscheinlich zurückgehen, aber es kann Jahre dauern, bis das 2%-Ziel erreicht ist. Gold und Edelmetalle werden daher eine langsame, aber lange Aufwärtswelle erleben, so Wyckoff. Dies ist ein Szenario, das Goldanlegern im Moment vielleicht schwerfällt (Dalla Bona spricht von einem Abwärtsziel von 1764,2 $), aber es könnte sich lohnen, noch einmal darüber nachzudenken. 

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