Rohstoffe

Rohstoffe, das Öl der Zukunft

Verfasst von MoneyController am 24.03.2021

Wie sind die Aussichten für den Rohstoffmarkt? Thomas Benedix, Rohstoffspezialist bei der Fondsgesellschaft Union Investment, hat in der Zeitschrift Cash.Online eine interessante Analyse dieses Marktes veröffentlicht, in der er eine mögliche zukünftige Entwicklung prognostiziert.

Als erstes weist Benedix darauf hin, dass die Rohstoffpreise im Moment wie Läufer in den Startlöchern stehen. Dank der Impfkampagnen und der den Volkswirtschaften versprochenen staatlichen Hilfen deuten alle Wirtschaftsindikatoren auf eine rasche Erholung des weltweiten BIP hin: +5,5 % in den USA, +8,5 % in China, +4,9 % in Europa. In den Vereinigten Staaten sieht der ehrgeizige Plan von Joe Biden Hilfen in Höhe von insgesamt 1.900 Milliarden Dollar vor, in Europa sind es 750 Milliarden, ohne Berücksichtigung der geldpolitischen Maßnahmen, die den Kreditmarkt für Unternehmen wirklich günstig machen. Nun, ein wachsender Markt bedeutet mehr Produktion und mehr Verbrauch von Rohstoffen.

Die Frage, die sich viele derzeit stellen, ist, wie Benedix anmerkt, folgende: Stehen wir vor einem Rohstoff-Superzyklus, d.h. einer Zeit des konstanten Wachstums der Preise in diesem Markt? Nun sind die aktuellen Rohstoffpreise im Allgemeinen recht niedrig. Sie entsprechen dem Niveau, welches man direkt zu Beginn eines Superzyklus erwarten würde. Ein starker Nachfrageauslöser würde die Preise in die Höhe treiben, die hoch bleiben könnten, wenn die Nachfrage das Angebot (das sich in der Regel nur langsam an die Marktbedürfnisse anpasst) übersteigt, und somit Inflation erzeugen. Oder die Preise könnten sich auch einfach stabilisieren. Dies wird erst in den kommenden Monaten deutlich werden. Aber, wie Benedix sagt, gibt es Aspekte, die für eine Entwicklung des Rohstoffmarktes oder, besser noch, für dessen radikalen Wandel sprechen.

Es sollte keineswegs übersehen werden, dass wir uns in einer historischen Phase für den Energiemarkt befinden. Die ganze Welt bewegt sich in Richtung einer nachhaltigen Wirtschaft und Energie bleibt eine der zentralen Komponenten dieses Wandels. Wie Benedix erklärt, geschieht dies auch dank der starken Anreize durch die Regierungen, deren Konjunkturpläne eng mit dem Nachhaltigkeitsaspekt verknüpft sind. Das bedeutet weniger Kohlendioxid, weniger Öl und Gas und, im Gegenteil, mehr Investitionen, die auf den Kauf von Kobalt, Lithium und Kupfer abzielen. Warum? Weil erneuerbare Energien dank dieser Materialien erzeugt und gespeichert werden können. Hinzu kommen neue Technologien - wie ein mit Wasserstoff-Technik betriebenes Auto -, für die zunehmend präzise Metalle als Halbleiter benötigt werden.

Benedix führt das Beispiel von Kupfer an. Das in der Bau-, Automobil- und IT-Branche, aber auch für die Speicherung erneuerbarer Energien verwendete Kupfer wertet weiter auf und hat den höchsten Preis seit 2011 erreicht (Allzeithoch des vorherigen Rohstoff-Superzyklus). Ein weiteres Beispiel ist Rhodium, dessen Preis sich in nur zwei Jahren verzehnfacht hat. Auch für Lithium und Kobalt, die zunehmend zur Herstellung von Batterien verwendet werden, erwartet man einen ähnlichen Anstieg. Kurzum, so Benedix' Fazit, der Wettlauf um die Rohstoffe beschleunigt sich, und vielleicht wird der Tag kommen, an dem das schwarze Gold, das Öl, einer von vielen Rohstoffen sein wird, die letztendlich nicht mehr so wichtig sind.

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