Finanzmärkte / Wirtschaft

An den Aktienmärkten dreht sich alles ums Risiko

Verfasst von MoneyController am 26.07.2021

Einer der zentralen Aspekte von Finanzanlagen ist der Begriff des Risikos, der insbesondere für den Aktienmarkt relevant ist. Darüber sprach auch Thomas Böckelmann, Senior Portfolio Manager beim Vermögensverwalter Euroswitch.

Böckelmann stellt ein einfaches, aber nicht selbstverständliches Konzept dar: Das Risiko innerhalb des Aktienmarktes ist alles andere als homogen. Natürlich kann man mit Durchschnittswerten argumentieren. Wie Böckelmann selbst erklärt, liegt die Rendite am Aktienmarkt bei 7,5% und das damit einhergehende Schwankungsrisiko bei 15%. Gegenüber dem Anleger hat der Vermögensverwalter jedoch die konkrete Aufgabe, die Renditeaussichten im Verhältnis zum Risiko aufzuzeigen. Wie? Laut dem Anlageexperten reicht es nicht aus, sich auf die Historie oder Performance-Statistiken zu verlassen. Vielmehr ist es notwendig, auf die Sharpe Ratio zurückzugreifen, eine Kennzahl, die die Rendite auf Basis des Anteilsrisikos berechnet. Mit anderen Worten, es handelt sich um eine Kennzahl, die bei gleichem Risiko (das in der Berechnung immer einheitlich ist) zeigt, wie hoch die Rendite einer Anlage wäre.

Wichtig ist, dass Böckelmann sich bei der Beurteilung eines Investments natürlich nicht auf die einfache Sharpe-Ratio beschränkt. In seinem Anlagekorb bevorzugt der Manager vor allem in den turbulentesten Marktphasen Unternehmen mit starken Margen, überdurchschnittlichem Wachstum, geringer Verschuldung und geringer Kursvolatilität. Diesem Schema entsprechen nicht mehr als etwa 30 Aktien, die Böckelmann als "Equity Story Leaders" bezeichnet.

Eine berechtigte Frage an dieser Stelle könnte lauten: Wäre es nicht angebracht, anstatt eine so kleine Anzahl von Unternehmen nach so strengen Kriterien auszuwählen, in einen gut diversifizierten Aktienindex zu investieren? Es gibt Leute, die so denken. Böckelmann hingegen nicht. Er ist der Meinung, dass man nur scheinbar in einen gut diversifizierten Index investiert, wenn man einen ETF erwirbt, der einen Index wie z.B. den MSCI World nachbildet. In diesem Fall setzt sich der Index aus 1.600 Unternehmen zusammen. Aber die Zusammensetzung erfolgt in einer Art und Weise, dass nicht mehr als zwanzig US-Technologieunternehmen den Index tatsächlich bestimmen. Solche Cluster sind aus Sicht von Marktschwankungen gefährlich. Man kann mit ihnen viel Geld verdienen, aber auch hohe Verluste einfahren. 

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