Finanzmärkte / Wirtschaft

Rekordgewinn für Apple, aber den Börsen reicht das nicht

Verfasst von MoneyController am 29.01.2021

Am Mittwoch veröffentlichte Apple seine Zahlen für das letzte Quartal 2020. Die Ergebnisse waren überraschend, aber trotzdem verlor der Tech-Riese an der Börse etwas an Boden.

Apples Ergebnis für das letzte Quartal 2020 hat alle überrascht. Tatsächlich hatten Analysten vorausgesagt, dass das in Cupertino ansässige Unternehmen „nur“ 103,3 Mrd. Dollar einnehmen würde. Das Ergebnis war jedoch ein Umsatz von 111,4 Mrd. und ein Nettogewinn von 28,7 Mrd. US-Dollar: Das bedeutet ein Wachstum von 29 % gegenüber dem Vorjahr. Noch nie hat Apple einen solchen Rekord erzielt. Das Wachstum ist auf eine Umsatzsteigerung von 30 % zurückzuführen, die zweifellos durch das iPhone 12, die neueste Smartphone-Generation, angetrieben wurde. Das neue Modell ist eines der ersten, das die Vorteile des neuen 5G-Netzes nutzen wird, und wie es der Zufall so will, schaffte es Apple, es kurz vor Weihnachten auf den Markt zu bringen.

Apple hat auch in anderen Geschäftsfeldern ein deutliches Wachstum zu verzeichnen. Im Dienstleistungssektor stieg der Umsatz um 24% auf 15,8 MilliardenUS-Dollar. Dieser Bereich umfasst strategische Assets wie den Apple Store, den digitalen Bezahldienst Apple Pay oder Apple TV+. Auch die Umsätze mit einigen Zubehörteilen stiegen stark an: Die kabellosen Airpod-Kopfhörer und die Apple Watch erreichten 13 Milliarden US-Dollar und steigerten damit den Umsatz um 30 %. Der Umsatz mit Computern und Tablets stieg um 21 % bzw. 41 % auf 8,7 Mrd. US-Dollar bzw. 8,4 Mrd. US-Dollar. Das bedeutendste Wachstum war auf dem chinesischen Markt zu verzeichnen: +54 %.

Trotz dieser wirklich guten Nachrichten hat Apple an der Börse an Boden verloren, -0,77%. Wie kommt das?

Der Druck auf die Aktie kann aus zwei Gründen entstanden sein. Das erste ist ein Statement von CEO Tim Cook, der sagte, dass das Coronavirus dem Unternehmen auf jeden Fall geschadet hat, da es gezwungen war, viele seiner Geschäfte vorübergehend zu schließen. Das bedeutet, dass das Ergebnis, wenn es keine Pandemie gegeben hätte, sogar noch besser ausgefallen wäre. Zu Cooks Aussage gesellte sich die von Finanzvorstand David Wehner, der von „erheblicher Unsicherheit“ für 2021 sprach.

Der zweite Grund, der die Aktie unter Druck gesetzt haben könnte, ist der Streit mit Mark Zuckerberg. In der Tat will Apple seine Politik in Bezug auf das Datentracking ändern, insbesondere indem die Zustimmung zur Verwendung von Nutzerdaten immer expliziter wird. Zuckerberg kündigte nicht nur an, dass diese Politik dem Geschäft von Facebook definitiv schaden werde. Er sagte auch, dass, wenn Apple seine Datenschutzrichtlinien so streng ausgestalten würde, die beiden Unternehmen Gefahr laufen, in direkten Wettbewerb zu treten. Die Einschränkung des Datentrackings - so Zuckerberg - drohe nicht nur dem Unternehmen aus Menlo Park zu schaden, sondern einer ganzen Galaxie von Firmen, die gerade auf diesen Daten ihre Werbekampagnen aufbauen. 

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