Finanzmärkte / Wirtschaft

Aktienindex-Rekorde müssen einen nicht unbedingt erschrecken

Verfasst von MoneyController am 10.05.2021

In den letzten zwölf Monaten bedeutete das regelmäßige Lesen von Nachrichten über Finanzindizes meist auch über immer neue Rekorde zu lesen. Ist nun zu befürchten, dass es bald zu starken Einbrüchen bei diesen Indizes kommt, oder kann man weiterhin beruhigt in die Märkte investieren? Fondspfofessionell hat eine Studie der Sutor Bank aus Hamburg zu diesem Thema publiziert.

Viele Anleger glauben, dass ein Finanzindex nicht über eine bestimmte Schwelle hinausgehen kann. Nach dem Brechen aller Rekorde sollte man nämlich annehmen, dass dieser Index sogenannten "Marktkorrekturen" unterzogen wird. Kurz gesagt, wenn man Nachrichten über einen Index liest, der einen neuen Rekord erreicht hat, ist es richtig, sich zu fragen: Besser verkaufen oder im Markt bleiben?

Lassen Sie uns zunächst mit einigen Daten beginnen. In der von der Sutor Bank verfassten Studie wurden 24 Börsenbarometer von Industrie- und Schwellenländern betrachtet. Nun, von diesen untersuchten Indizes erreichten zwei ihr Rekordhoch im letzten Jahr, während zehn es in diesem Jahr erreichten. Wie Fondsprofessionell feststellt, scheint es kein genaues Kriterium zu geben, das die Länder, deren Börsen einen historischen Meilenstein erreicht haben, miteinander verbindet und umgekehrt. In der Liste der Rekorde finden wir Deutschland, sowie die Vereinigten Staaten, aber auch Brasilien, Korea, Dänemark, Norwegen und Schweden.

Auf der anderen Seite sind wichtige Länder wie Frankreich, Japan, Großbritannien, Italien, Spanien und Hongkong noch weit von den Börsenrekorden entfernt, die für einige dieser Länder sogar bis ins Jahr 2007, dem Jahr vor der großen Finanzmarktkrise, zurückreichen.

Neben der Tatsache, dass nicht alle Finanzmärkte ihre Rekordmarken erreicht haben, gibt es noch mindestens zwei weitere Überlegungen hinzuzufügen. Die erste ist, dass die Indizes eine sehr unterschiedliche Marktabdeckung haben. Fondsprofessionell weist darauf hin, dass der S&P 500 nicht mit dem dänischen OMX vergleichbar ist: Die fünfhundert größten Unternehmen des US-Marktes können nicht mit den 20 repräsentativsten Aktien Dänemarks verglichen werden. Die zweite ist, dass die Methoden zur Berechnung der Indizes oft voneinander abweichen. Als Beispiel wird angeführt, dass der Euro Stoxx 50 keine Dividendenausschüttungen mit einberechnet, der DAX hingegen schon.

Was bedeutet das alles? Die Experten der Bank schließen ihre Analyse mit dem Hinweis, dass Anleger ihre Anlageentscheidungen nicht auf die Wertentwicklung einzelner Indizes stützen sollten. Die zu berücksichtigenden Faktoren sind weitaus zahlreicher als der einfache Punktestand eines Index und reichen von den wirtschaftlichen Fundamentaldaten einzelner Unternehmen bis hin zur globalen Marktdynamik. Daher ist es ratsam, seine Anlagen so weit wie möglich zu diversifizieren und sich etwa auf Teile von Indizes zu konzentrieren, die sich stark voneinander unterscheiden.

MEISTGELESENE ARTIKEL DER WOCHE

MEISTGELESENE ARTIKEL DES MONATS

MEISTGELESENE ARTIKEL DES FINANZFORUMS

Klassifikation anschauen