Finanzprodukte

Regulierungsbehörden könnten aktive ETFs begünstigen

Verfasst von MoneyController am 25.03.2021

Wer sagt, dass ETFs wirklich nur passive Investments sind? Es gibt in der Tat einen Bereich des Marktes, in dem ETFs auch "aktiv" sein können - es ist ein eher enger, aber dennoch wachsender Markt. Bei der Verwaltung von aktiven ETFs stellen die Manager sicher, dass das Produkt nicht exakt dem Marktindex folgt, sondern sie selbst aktiv Entscheidungen hinsichtlich der Strategie treffen. Zurzeit experimentieren einige Regulierungsbehörden mit Transparenzformeln, die die Verbreitung der aktiven ETFs begünstigen könnten.

Nach Angaben des Datenanbieters ETFGI - diese Daten sind auch in einem Artikel des Magazins Fondsprofessionell erschienen - ist das von aktiven ETF-Fonds verwaltete Volumen in wirklich bemerkenswerter Weise angestiegen: Ende Februar 2021 waren es 318 Milliarden, verglichen mit einem Volumen, das im Dezember 2019 weniger als die Hälfte betrug. Der Vertriebsleiter von Fidelity für den deutschsprachigen und osteuropäischen Markt, Christian Machts, erklärte, dass das Volumen jedoch noch nicht so groß sei, das dieser Investitionstyp wirklich wichtig für den Markt wäre.

Es gibt in der Tat zwei Gründe, warum diese Investitionen bisher kein wirklich rasantes Wachstum erfahren haben. Der erste ist, dass das Erfordernis der Transparenz immer dazu führen würde, dass sie ihre Entscheidungen jederzeit öffentlich machen müssten, mit dem Risiko, dass jemand sie nachahmen könnte, wodurch die Arbeit der Manager unentgeltlich ausgenutzt würde. Der andere hat mit der Idee zu tun, dass ein ETF zusätzliche Kosten auf ein Minimum senkt, während es klar ist, dass aktives Management, wenn auch begrenzt, einige zusätzliche Kosten mit sich bringt. Das Risiko, so Sebastian Külps, Länderchef für Deutschland und Österreich bei Vanguard, bestehe darin, dass die Anbieter ungern Produkte auf den Markt brächten, die hinsichtlich der Kosten auf den ersten Blick weniger wettbewerbsfähig sind als herkömmliche ETFs.

Aber diese beiden Einschränkungen sind letztlich überwindbar. Einerseits experimentieren die Regulierungsbehörden der USA, Kanadas und Australiens mit Transparenzformeln, die besser an diese aktiv verwalteten ETFs angepasst werden könnten. Die Europäische Union ihrerseits beobachtet mit Interesse, was in Übersee geschieht, mit der Idee, die Ergebnisse zu replizieren, sollten sie sich als zufriedenstellend erweisen. Was den Performance-Aspekt betrifft, so liegt der entscheidende Aspekt laut Külps darin, dass diese ETFs, um wirklich wettbewerbsfähig zu werden, in der Lage sein müssen, die Marktindizes trotz der Mehrkosten zu übertreffen. Genauso wie es normale Investmentfonds tun. Dann könnten sie auch die typischen Vorteile von ETFs genießen, nämlich Erschwinglichkeit und Transparenz.  

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