Sonstige

Regierung plant mehr Schutz für Kleinanleger

Verfasst von MoneyController am 07.05.2021

Vor einigen Wochen erschien auf Tagesschau.de ein Artikel, in dem die Redakteurin Eva Lamby-Schmitt einige Bemerkungen zum Entwurf des Kleinanlegerschutzgesetzes sammelte, der seit April im Parlament diskutiert wird.

Um die Unzulänglichkeit des „Small Investor Protection Act“ von 2015 zu demonstrieren, führte Lamby-Schmitt in ihrem Artikel die unerwartete Insolvenz von drei Unternehmen an, die zur Containervermietungsgruppe P&R gehören. Nahezu völlig überrascht von der Nachricht waren 54.000 Anleger, die mehr als drei Milliarden Euro in das Unternehmen investiert hatten. Wie gedenkt also die Bundesregierung hier Abhilfe zu schaffen oder, noch besser, solche Fälle zu verhindern? Die Antwort ist anscheinend ganz einfach: mehr Transparenz.

Die Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesfinanzministeriums, Sarah Ryglewski, hatte zwei konkrete Maßnahmen genannt, die für mehr Transparenz beiden Anlegern sorgen sollen. Die erste: Veröffentlichung der Dokumente anhand derer Anleger entscheiden, wie viel oder ob sie investieren, auch auf der Website der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die zweite: Verkauf von Finanzprodukten künftig nur noch durch von der BaFin beaufsichtigte Vermittler, Berater oder Verkäufer.

Ein wichtiges Verbot, das in den Gesetzesentwurf aufgenommen wurde, betrifft "Blind Pools": Dies ist eine Anlageform, bei der Gelder eingesammelt werden für Investitionen, bei denen die Beteiligungsobjekte nicht von vornherein feststehen, sondern erst später festgelegt werden. Mit anderen Worten: Auf die Frage "Wohin geht mein Geld?" wäre ein Anleger also nicht in der Lage zu antworten. Stefan Loipfinger, Analyst von Investmentcheck.de, ist der Meinung, dass der Gesetzentwurf nicht nur den Verkauf der Produkte, sondern auch die Vermittlung dieser Anlageform beschränken sollte. Damit räumt Loipfinger ein, dass der aktuelle Gesetzentwurf definitiv ein Schritt nach vorne ist, wenn es um den Schutz von Kleinanlegern geht.

Eine interessante Meinung vertritt auch der FDP-Bundestagsabgeordnete Florian Toncar. Laut Toncar kann das Problem nicht nur durch die Forderung nach mehr Dokumentation, und damit nur mehr Bürokratie, gelöst werden. Es sei notwendig, auch auf die Qualität der Informationen einzuwirken, sie zu standardisieren (eventuell nach Produktkategorien), sie aber auch zu vereinfachen und damit leichter zugänglich zu machen.

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