Finanzberater

Unabhängige Berater, zwischen Provisionskosten und Mehrwert

Verfasst von MoneyController am 26.11.2021

Der Gründer des „Petersmann Instituts für den unabhängigen Finanzberater“, Hartmut Petersmann, hat der Zeitschrift FONDS professionell ein Interview gegeben, in dem er erklärt, warum sich die Wahrnehmung der Figur des Finanzberaters ändern sollte: Er sollte nicht als einfacher Kostenfaktor betrachtet werden, der die Erträge eines Fonds schmälern kann, sondern eher als Ressource, um die Fonds zu den besten Konditionen zu erhalten, und damit als Quelle für Einsparungen.

Die Kostenstruktur der Fonds laut Efama

Die von Petersmann erwähnte Untersuchung wurde von Efama (dem Europäischen Verband der Investmentfonds) durchgeführt. Demnach ist die Kostenstruktur einer Fondsanlage im Durchschnitt wie folgt aufgebaut: 41 % der Gebühren gehen an die Anbieter, 38 % an den Vertrieb oder die Beratung und der Rest verteilt sich auf Verwaltungs-und Verwahrkosten sowie Steuern.

Das Problem bei den Kosten ist die Gesamtsumme, nicht der Vertrieb oder die Beratung

Petersmann ist der Ansicht, dass dem Eindruck der Efama-Untersuchung widersprochen werden muss: Nicht der Vertrieb oder die Beratung haben einen entscheidenden Einfluss auf die Kosten der Fonds; vielmehr sind es die Provisionskosten der Anbieter die maßgeblich die Kostenstruktur beeinflussen, die dann der Endkunde zu tragen hat. Portfoliomanagement, Verwahr- und Transaktionskosten, Depotkosten oder Kosten von Einrichtungen wie Plattformen und Pools sowie die Mehrwertsteuer auf Portfolio- und Dienstleistungsgebühren: Hier fallen die meisten Kosten an, die dann auf den Sparer zukommen. Kurz gesagt, das Problem sind nicht so sehr die einzelnen Ausgabenposten, sondern ihre Gesamtsumme.

Der Mehrwert des Beraters auf der Kostenseite

Petersmann weist darauf hin, dass das eigentliche Ziel des Beraters darin besteht, zu zeigen, dass er einen Kunden dazu gebracht hat, den besten Fonds auszuwählen. In welchem Sinne? Er muss beweisen, dass der von ihm vorgeschlagene Fonds unter allen Umständen derjenige ist, der am wenigsten kostet. Der Finanzexperte hat nämlich in eigenen Untersuchungen nachgewiesen, dass die höheren Kosten eines Fonds keineswegs ein Indikator für eine garantiert bessere Performance sind. Nun kann eine Ersparnis an sich schon als gutes Ergebnis gewertet werden (in dem Sinne, dass man vermeidet, unnötig Geld auszugeben); aber der Berater kann noch weiter gehen: Er kann diese Ersparnis in den Aufbau einer Anlageposition mit einem Risikoprofil und einer höheren Rendite investieren. Kurzum: An diesem Punkt wäre es für den Berater viel einfacher, den von ihm angebotenen Mehrwert und vor allem sein Honorar zu rechtfertigen.

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