Rohstoffe

Rohstoffe: Die Erholung treibt den Markt an

Verfasst von MoneyController am 10.05.2021

Angelsächsische Analysten nennen ihn gerne "Dr. Copper", da Kupfer ein guter Indikator für die allgemeinere Wirtschaftslage ist. Dies gilt aber auch allgemein für den Rohstoffmarkt als Ganzes sowie speziell für einige Rohstoffe wie Eisenerz. Daran erinnert auch Christoph Hein in der Frankfurter Allgemeine Zeitung, der dem möglichen Beginn eines Superzyklus der Rohstoffe, getrieben durch die globale Konjunkturerholung, eine Analyse gewidmet hat.

Die schlechten Nachrichten, die aus Brasilien, Indien und anderen Ländern der Welt kommen - Nachrichten über außer Kontrolle geratene Infektionen und die Unterbrechung ganzer Produktionsketten - scheinen andere Teile der Welt überhaupt nicht zu berühren. Die Nachfrage nach Rohstoffen steigt stetig, insbesondere in der Batterie- und Kabelindustrie sowie in der Stahlindustrie. Wenn die Nachfrage wächst, steigen natürlich auch die Preise: Eisen zum Beispiel kostet mittlerweile 200 Dollar pro Tonne, Kupfer hat seinen Rekord von 2011 übertroffen und erreicht 10.000 Dollar pro Tonne.

Wie Hein betont, ist es die Eisenerzproduktionskette, die am meisten von diesem Preisanstieg profitiert, gestartet in Australien und ankommend in China. Angesichts der aktuellen Probleme in Brasilien sind die australischen Bergbauunternehmen die Hauptlieferanten für die chinesischen Hochöfen, die die Hälfte des weltweit abgebauten Eisenerzvolumens „verschlingen“. In China ist der Boom der Stahlproduktion (der für die Nachfrage nach Eisenerz verantwortlich ist) vor allem auf den boomenden Bausektor zurückzuführen, der den Produzenten enorme Gewinne beschert. Solch hohe Volumina an Rohstoffbestellungen könnten auch mit etwas anderem zusammenhängen, nämlich der Erwartung einer möglichen Eskalation der politischen Konfrontation zwischen Peking und Canberra und damit der möglichen Einführung neuer Handelssanktionen zwischen den beiden Ländern.

Zu den Rohstoffen mit dem spektakulärsten Wachstum gehört zweifellos Kupfer, das die 10.000-Dollar-Marke durchbrochen hat, aber vor etwas mehr als einem Jahr nicht einmal die 5.000-Dollar-Marke überschritten hatte. Hein weist darauf hin, dass Chile zwar der größte Kupferproduzent der Welt sei (5,7 Mio. Tonnen im vergangenen Jahr), aber diese günstige Situation wahrscheinlich nicht voll ausnutzen wird können. Auf der einen Seite gibt es in der Tat Probleme im Zusammenhang mit nationalen Streiks. Auf der anderen Seite besteht ein strukturelles Problem aufgrund der Tatsache, dass die Hersteller das Nachfragewachstum unterschätzt hatten. Das bedeutet, dass die Branche derzeit nicht in der Lage ist, die Nachfrage zu bewältigen.

Abschließend sei noch auf Nickel hingewiesen, dessen Verbrauch in China seit dem letzten Jahr um 13% gestiegen ist und das zunehmend in Technologien im Zusammenhang mit der sogenannten "Energiewende" eingesetzt wird. Von diesem positiven Trend profitieren natürlich auch die Preise.

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