Finanzmärkte / Wirtschaft

Palladium und Rhodium, die Stars des Rohstoffmarktes

Verfasst von MoneyController am 23.01.2020

Palladium und Rhodium, zwei perfekte Fremde, bis sie vor ein paar Wochen aufgrund ihrer hohen Preise zu den neuen Stars auf dem Rohstoffmarkt avancierten. Palladium erreichte 2.500 USD pro Unze, ein Sprung von 25% in zwei Wochen, und hat seinen Preis im vergangenen Jahr verdoppelt. Rhodium hat es sogar noch besser gemacht und seinen Wert in den letzten zwei Wochen um 35% gesteigert und zwar von einem Wert von etwas mehr als 6000 Dollar pro Unze bis über 9000 Dollar, mit einer Wertsteigerung von 150% im letzten Jahr (mehr als verdoppelt). Wie war ein solches Wachstum möglich? Und wie lange wird es anhalten?


Um dies zu verstehen, müssen wir zunächst den Markt analysieren, von dem die größte Nachfrage nach diesen Edelmetallen ausgeht. Wir sprechen über die Automobilindustrie, auf die laut S&P Global Platts 80% der weltweiten Nachfrage nach Palladium und Rhodium entfällt. Diese beiden Edelmetalle werden zusammen mit Platin beim Bau der Katalysatoren und insbesondere für die Hybridautomodelle der letzten Jahre verwendet. Diese Metalle sind Teil eines Systems, das dazu dient, umweltschädliche und gefährliche Gase wie Kohlenmonoxid und Stickstoffdioxid zu reduzieren und sie in weniger oder nicht schädliche Gase wie Stickstoff, Kohlendioxid und Wasserdampf zu verwandeln.


In den letzten Jahren und besonders in den letzten Monaten hat die Automobilbranche im Wettbewerb um immer umweltfreundlichere Fahrzeuge gestanden. Erstens sind die Mitbewerber gezwungen, dies zu tun, weil die Emissionsnormen, die China ebenfalls zu genehmigen beginnt, verschärft werden – ohne den Abgasskandal und die schwerwiegenden Folgen für die Autoindustrie zu vergessen. Zweitens versucht die Branche, die von den Verbrauchern auf der ganzen Welt immer stärker gezeigte Umwelt- und ökologische Sensibilität abzufangen. Der Grund, warum der Preis der beiden Metalle so stark gestiegen ist, ist daher einerseits die wachsende Nachfrage und andererseits die Unmöglichkeit ihrer Hersteller, die Produktion rasch zu steigern.


Bei Rhodium können Privatanleger wenig tun. Der Handel findet in der Regel im Freiverkehr statt und es ist meist der undurchsichtige Handel, der die Bergbauunternehmen direkt betrifft. Für Platin und Palladium gibt es jedoch ETFs. Viele fragen sich natürlich ob es angebracht ist, in Materialien zu investieren, deren Wert drastisch gesunken ist (z. B. 2008) und die so stark zum Wachstum beigetragen haben? Der Unterschied zu den Vorjahren besteht darin, dass die Nachfrage aus der Automobilbranche jedoch aller Voraussicht nach stabil höher bleiben wird.


Die Hauptproduzenten von Rhodium und Palladium sind Südafrika und Russland. Palladium ist ein Metall, das eng mit Platin verwandt ist und häufig in denselben Mineralagglomeraten vorkommt. Rhodium ist auch ein Verwandter von Platin aber im Gegensatz zu diesen Metallen in der Natur weniger verfügbar. Beides findet sich auch im Bereich der Nickelgewinnung.

 

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