Rohstoffe

Opec treibt Ölpreis in die Höhe

Verfasst von MoneyController am 05.03.2021

Auf dem Energiemarkt, insbesondere auf dem Ölmarkt, wird die Sorge um die Zukunft der Wirtschaft in eine Ausweitung der restriktiven Förderpolitik umgewandelt. Das war zumindest die Entscheidung der OPEC+, die am Dienstag zusammenkam, um zu besprechen, inwieweit sie ihre Politik in Bezug auf die globale Wirtschaftslage anpassen sollte.

Der saudische Wirtschaftsminister Abdulaziz bin Salman verwendete eine Metapher: Er sagte, dass man den Lichtstreifen vor sich nicht mit den Scheinwerfern eines entgegenkommenden Expresszuges verwechseln sollte. Mit anderen Worten: Trotz einiger positiver Anzeichen (die vor allem von den Märkten kommen), sei die wirtschaftliche Erholung noch weit entfernt. Erst ab Ende 2021 werde mit einer kräftigen Erholung der Nachfrage nach Ölversorgung und -verbrauch gerechnet. Daher beschloss die OPEC+, die Produktionsbeschränkungen beizubehalten. Russlands Energieminister Alexander Nowak bestätigte, was sein saudischer Kollege sagte: Die Lage verbessere sich zwar, aber es sei schwer abzuschätzen, welchen Schaden die Pandemie noch anrichten könne. 

Die Politik der Förderbeschränkung hat zwei bedeutende Ausnahmen: Russland und Kasachstan wurde es erlaubt, die Produktion auf 130.000 und 20.000 Barrel pro Tag (jedes Barrel enthält 159 Liter Öl) zu erhöhen. Die Maßnahme dient dazu, die Wirtschaft der beiden Länder, deren Einnahmen zu einem großen Teil vom Energieexport abhängen, zu beleben. Es zeigt aber auch den wiedergewonnenen Zusammenhalt innerhalb des Gipfels, dessen Fehlen im vergangenen Jahr zu einem desaströsen Preiskampf geführt hatte. Saudi-Arabien wird nämlich, im Gegensatz zu den Staaten der ehemaligen UdSSR, seine Fördermenge weiterhin freiwillig um eine Million Barrel pro Tag für die Dauer des Monats April reduzieren.

Insgesamt werden also in diesem und im nächsten Monat 8 Millionen Barrel Öl weniger gefördert. Die Folge ist, wie erwartet, ein sofortiger Anstieg des Ölpreises. Wti legte um 5% auf 64,39 US-Dollar pro Barrel zu und Brent stieg um 4,8% auf 67,16 Dollar. Es ist beeindruckend, sich daran zu erinnern, dass der Preis pro Barrel vor weniger als einem Jahr noch mehr als drei Viertel seines Wertes verloren hatte.

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