Finanzmärkte / Wirtschaft

Ökonomen beginnen, ihre Meinung über Lockdowns zu ändern

Verfasst von MoneyController am 03.03.2021

In Zusammenarbeit mit dem Münchener Ifo-Institut hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung eine Umfrage unter Wirtschaftswissenschaftlern an verschiedenen deutschen Universitäten durchgeführt. Insgesamt nahmen 177 Ökonomen teil. Gegenstand der Umfrage war die Wirtschaftspolitik als Reaktion auf die Pandemiekrise.

Die Umfrage ergab, dass nur 2% der Ökonomen mit der Regierungspolitik wirklich zufrieden sind. Zählt man diese zu denjenigen hinzu, die sich selbst als „ziemlich zufrieden“ bezeichnen, kommt man auf nur 22%. Dagegen erreichen die „ziemlich unzufriedenen“ und „sehr unzufriedenen“ zusammengenommen 47%. Der Rest der Stichprobe ist „telis-teils“. Zu den am meisten kritisierten Dingen gehören die Komplexität und Diskontinuität des von der Regierung versprochenen Hilfspakets.

Im Vergleich zu früheren Umfragen scheint die Position zu Betriebsschließungen und Mobilitätseinschränkungen, den sogenannten Lockdowns, in der Stichprobe der Befragten jedoch differenzierter zu sein. Nur 11% halten eine sofortige und umfassende Lockerung der Lockdown-Maßnahmen für sinnvoll oder eher hilfreich. Selbst bei einer Inzidenz von unter 35% spricht sich nur eine knappe relative Mehrheit der Befragten für weitreichende Lockerungen aus.

Mehr als 50% der Befragten sind der Meinung, dass Lockerungsmaßnahmen in zwei Fällen sinnvoll wären: wenn die Inzidenzen bestätigen, dass die Ausbreitung der Infektion zurückgeht, und wenn die Gesundheitsbehörden in der Lage sind, sie zeitnah zu verfolgen. Eine absolute Mehrheit glaubt, dass mehr Tests notwendig seien. Generell werden nicht die Lockdown-Maßnahmen kritisiert, sondern das Fehlen einer Strategie. Die Befürchtung ist, mit dieser Situation der Ungewissheit nicht nur im Frühjahr (wie es mittlerweile klar wird), sondern auch im Sommer leben zu müssen.

Viel Kritik wird auch an der Kampagne zur Verbreitung und Verabreichung von Impfstoffen geübt. Es müssen nicht nur mehr Impfstoffe produziert werden, sondern es muss auch sichergestellt werden, dass diese sinnvoll verabreicht werden (z. B. muss auf die erste Dosis rechtzeitig eine zweite Dosis folgen). Eine absolute Mehrheit spricht sich für finanzielle Prämien für Impfstoffhersteller bei zusätzlicher bzw. schnellerer Lieferung aus. Die Mehrheit der Befragten hält die Vergemeinschaftung von Patenten in Verbindung mit Kompensationszahlungen an Patentinhaber nicht für sinnvoll.

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