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Nordea: „Hier sind die Möglichkeiten, die Indien bieten kann“

Verfasst von MoneyController am 14.01.2021

Nach Angaben der Investmentfirma Nordea bietet Indien Anlegern große Chancen, wenn auch nicht in unmittelbarer Zukunft, wie ein Artikel des Senior-Portfoliomanagers Jeff Feng und des Investmentanalysten Neeraj Khosla zeigt. Das Land wurde 2020 von der Pandemie bedingten Krise hart getroffen, hat aber die Voraussetzungen, bereits in diesem Jahr wieder ein starkes Wachstum zu erreichen.

Das stetige Wachstum des BIP

Die Zahlen für 2020 deuten auf einen Rückgang des indischen BIP um mehr als 10% hin. Diese Zahl sollte jedoch nicht zu sehr erschrecken: Bereits in diesem Jahr wird ein Wachstum von etwa 8,8 % erwartet, und bis 2025 soll das BIP mit einer Rate von 7-8 % pro Jahr weiter wachsen.

Niedrige Inflation

Eines der historischen Probleme Indiens ist die hohe Inflationsrate; vor zehn Jahren erreichte sie noch Werte von über 10% pro Jahr. Die Geldpolitik der Regierung in den letzten Jahren und in der Zukunft besteht und wird eher darin bestehen, die Inflationsrate niedrig zu halten, etwa 3 bis 4% pro Jahr. Dies wird den Wertverlust der Löhne eindämmen und das Wachstum des Binnenkonsums begünstigen.

Demographie

Die demografische Struktur spielt Indien in die Karten: Neben dem in absoluten Zahlen beachtlichen demografischen Gewicht (1,3 Milliarden Menschen) sind 90% der Bevölkerung jünger als 60 Jahre und sogar 64% im erwerbsfähigen Alter. Im Jahr 2030 werden 77% der Bevölkerung der Generation Z oder Millennials angehören. Dies bedeutet, dass die Mittelschicht, die heute rund 350 Millionen Menschen umfasst, in den nächsten zehn Jahren um 500 Millionen wachsen wird.

Inländischer Verbrauch

Die sozioökonomischen Faktoren werden zu einer regelrechten Explosion der Inlandsnachfrage führen. Denken Sie- nur um ein Beispiel zu nennen - an Konsumgüter, Haushaltsprodukte sowie den wichtigen Telekommunikationssektor (an dem Giganten wie die USA und China vorerst noch nicht interessiert zu sein scheinen). Im Moment gibt es in Indien eher lokale Anbieter von Waren und Dienstleistungen als echte nationale Unternehmen, die den Markt beliefern. Die Herausforderung für Investoren besteht darin, den Konsum auf dem gesamten indischen Subkontinent zu erschließen.

Kurzfristige Herausforderungen

Indien ist nach wie vor ein überwiegend ländliches Land (66% der Bevölkerung lebt außerhalb der großen Zentren) mit einem unzuverlässigen Infrastruktursystem, insbesondere im Verkehrssektor. Es ist ein sehr vielfältiges Land mit ziemlich wohlhabenden Regionen und vielen Gebieten, die der Armut zum Opfer fallen. Das Kreditsystem musste umstrukturiert werden: Durch die künstliche Aufwertung der lokalen Währung sind einige Finanzunternehmen in Konkurs gegangen und haben Tausende von Landwirten ruiniert. Covid hat die Situation verschlimmert und die Exporte gedrückt, auf die sich die Regierung zunehmend verlässt.

Langfristige Chance

Die wirtschaftliche Erholung und das Entstehen einer gigantischen Mittelklasse werden neben dem Konsum auch die Sparindustrie explodieren lassen: Viele der Einwohner, die in den nächsten zehn Jahren etwas Wohlstand erlangt haben werden, werden diesen behalten oder durch Investitionen rentabler machen wollen. Sich schon jetzt mit dem Wachstumspotenzial Indiens zu beschäftigen bedeutet nach Ansicht von Nordea sich eine vorteilhafte Position zu sichern, um von den Früchten des indischen Wachstums zu profitieren.   

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