Finanzmärkte / Wirtschaft

Mit welchen Zinsen müssen wir nach der Pandemie leben?

Verfasst von MoneyController am 20.04.2020

Wir hören heutzutage oft in der Debatte, dass wir gezwungen sein werden mit dem Virus zu leben, bis ein Impfstoff wirklich greift. In der Finanzwelt gibt es parallel dazu diejenigen, die argumentieren, dass wir gezwungen sein werden, lange Zeit mit niedrigen Zinsen zu leben, bis sich die Wirtschaft wirklich von dem Schock erholt hat. Der Managing Director und Global Economic Advisor von Pimco, Joachim Fels, sagte in einem Beitrag, dass es zwei Möglichkeiten gibt, das Problem zu sehen. Es gibt einerseits diejenigen, die glauben, dass die Bedenken hinsichtlich der Tragfähigkeit der Schulden - sowohl staatlicher als auch privater Art - und des Inflationswachstums die Zinsen bald in die Höhe treiben könnten. Andere halten es für wahrscheinlicher, dass die Kombination aus Spar- und Geldpolitik die Zinsen niedrig halten könnte. Der Analyst von Pimco hält dieses zweite Szenario für wahrscheinlicher.


Natürlich kann die Krise nur überwunden werden, wenn die Pandemie unter Kontrolle gebracht und die Sperrmaßnahmen schrittweise gelockert werden. Sobald diese Phase vorbei ist, muss sich das Weltwirtschaftssystem neu organisieren, sagt Fels. Zusätzlich zu den internen Maßnahmen wird eine allgemeinere Neuorganisation der Produktionsketten erforderlich sein, um die größeren Risiken zu vermeiden, die mit dem Ausbruch einer eventuell neuen Epidemie-Kriese verbunden sind. Dies bedeutet, dass die Wiederherstellung der Produktivität, wenn wir es grafisch darstellen wollten, nicht die Form eines „V“, sondern eines „U“ hat, wobei genau die Zeit berücksichtigt wird, die die Wirtschaft benötigt, um sich an die Situation anzupassen. Dies wird die Zentralbanken dazu zwingen, den Kreditmarkt liquider zu gestalten, um diesen Übergang für viele Unternehmen zu ermöglichen und Insolvenzen einzuschränken. Auf welche Weise? Indem die Nominalzinsen niedrig gehalten werden. Diese Notwendigkeit könnte auch durch einen Rückgang des Konsums durch die privaten Haushalte verstärkt werden, die es angesichts einer möglichen nächsten Krise für angemessen halten, weitere Ersparnisse beiseite zu legen.


Die Zinsen niedrig zu halten birgt sicherlich Risiken, von denen das größte die Inflation ist. Viele Staaten mögen dies jedoch als das geringere Übel ansehen. Wenn die Geldkosten nach einem starken Zinsanstieg steigen würden, könnten die Schulden vieler Nationen, die nach der durch die Covid-Pandemie verursachten Krise bereits stark gestiegen sind, - einfach nicht mehr tragbar sein.

 

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