Investmentfonds

Staatsfonds, zunehmend geschäftstüchtig

Verfasst von MoneyController am 07.04.2021

Nach einer Untersuchung des amerikanischen Wertpapierverwahrers State Street und des Internationalen Forum für Staatsfonds (IFSWF) haben Staatsfonds ihr Risiko erhöht, vor allem durch die Hinwendung zu Aktienanlagen. Derzeit verwalten Staatsfonds die beträchtliche Summe an Investitionen von etwa 38 Billionen Dollar.

Die Krise an den Finanzmärkten im Jahr 2020 hat das Anlageverhalten der Bürger vielleicht nicht wirklich verändert. Im Gegensatz dazu war es aber für viele Finanzakteure eine Chance für einen Strategiewechsel. Das gilt auch für Staatsfonds. Gerade infolge der gefallenen Aktienkurse haben sich viele Fonds entschlossen, stärker in den Aktienmarkt einzusteigen. Neill Clark, Europa-Chef der Research-Einheit von State Street Associates, erklärte, dass diese Fonds ihren Anteil an Barmitteln verringert und dieses Geld in Aktien investiert haben. Um die Portfolios zu diversifizieren, haben sie auch ihre Investitionen in private, d.h. nicht börsennotierte Anlagen verdoppelt und erreichten einen investierten Betrag von 50 Milliarden Dollar.

Der Anteil an Bargeld war zudem der höchste, der jemals verzeichnet wurde, zumindest seit der Krise 2007-2008. Der engagierteste Fonds von allen kam aus Saudi-Arabien und investierte in den Energiesektor und in Finanzdienstleister. Eine weitere interessante Tatsache, die hervorgehoben werden sollte, betrifft Investitionen in Technologie- und Kommunikationsunternehmen: Im Jahr 2020 tätigten Staatsfonds 30 Direktinvestitionen mit einem Gesamtvolumen von 7,4 Milliarden Dollar; im Zweijahreszeitraum 2018-2019 überstieg das Investitionsvolumen im gleichen Sektor hingegen nicht mal 3 Milliarden Dollar.

In Bezug auf die geografische Verteilung verzeichneten die Vereinigten Staaten den größten Anstieg der Kapitalzuflüsse, die von 2 Milliarden im Jahr 2019 auf satte 16 im letzten Jahr anstiegen. Ein Ergebnis, das vor allem durch das starke Engagement des saudi-arabischen Staatsfonds ermöglicht wurde. Geringfügig reduziert wurden aber auch einige Aktiensegmente aus Entwicklungsländern. Gleiches gilt für Großbritannien, das sich gleichzeitig mit den Folgen der Pandemie und des Brexit auseinandersetzen musste. Dies wurde jedoch durch einen Anstieg der Direktinvestitionen in private Unternehmen ausgeglichen, die um beeindruckende 4,4 Mrd. USD zunahmen.

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