Finanzmärkte / Wirtschaft

Börse - bereit für Turbulenzen, aber keine Panik

Verfasst von MoneyController am 21.07.2021

Die schlechte Performance der deutschen Börse nach der Eröffnung am Montag (-2,6%) hat zu Befürchtungen vor einem neuen Börsencrash geführt. In einem Artikel in der Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet Markus Frühauf über die Meinungen mehrerer Experten, die trotz der möglichen Turbulenzen in den nächsten Monaten nicht mit einem echten Zusammenbruch der Märkte rechnen. Es ist daher besser, Panik zu vermeiden.

Der Chef von AXA Investment Managers Deutschland, Achim Stranz, glaubt, dass die Ergebnisse vom Montag kein Vorbote eines neuen Zusammenbruchs seien, obwohl das Risiko erneuter Störungen in der Lieferkette aufgrund der neuen Variante des Virus, die vor allem Fernost treffen könnte, durchaus bestehe. Entscheidend werde sein, wie wirksam der chinesische Impfstoff tatsächlich ist. Was die Inflation betrifft, so glaubt Stranz, dass die Globalisierung die größte Bremse für den Preisanstieg sein werde, der im Übrigen aufgrund der Deflation des letzten Jahres so hoch sei.

Frühauf berichtet auch über die Meinung von Michael Herzum, Leiter der Abteilung Makro & Strategy bei Union Investment, der Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken. Trotz der Delta-Variante dürfte laut Herzum die Stützungspolitik der Zentralbanken abrupte Korrekturen an den Märktenverhindern. Selbst wenn sich die Situation verschlechtere, werden sie eine wichtige Liquiditätsabsicherung bieten, um vor plötzlichen Einbrüchen zu schützen.

Es gibt auch diejenigen, die die Marktkorrekturen als Einstiegschance begreifen, wie Stefan Kreuzkamp, Chefanlagestratege der DWS. Die Marktturbulenzen sollten vor dem Hintergrund einer recht soliden Entwicklungsprognose gesehen werden, zumindest mittelfristig. Mit anderen Worten: Die Wirtschaft dürfte auch im Jahr 2022 weiterhin überdurchschnittlich stark wachsen.

Etwas beunruhigender ist die Prognose von Bernhard Langer, Anlagestratege beim amerikanischen Vermögensverwalter Invesco. Der Anlageexperte rechnet mit Marktkorrekturen von bis zu 5%. Der Grund? Viele hätten erwartet, dass sich die Erholung schneller und vollständiger entfalten würde, während es einige Rückschläge gegeben habe, wie z. B. die hohe Inflation und die potenzielle Überhitzung einiger Volkswirtschaften wie den USA. Kurzum, die Euphorie an den Märkten wurde abrupt von einem Bad in der Realität unterbrochen. Die Erholung werde langsamer und holpriger verlaufen als erwartet. Die Märkte hätten sich dann darauf beschränkt (und werden dies auch künftig tun), diese Tatsache festzustellen.

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