Finanzmärkte / Wirtschaft

Marktturbulenzen im DAX, was ist zu tun?

Verfasst von MoneyController am 09.03.2021

Vorhersagen über die Entwicklung der Märkte und insbesondere des DAX sind schwierig. Dennoch lassen sich einige hilfreiche Beobachtungen machen, insbesondere zu den leichten Turbulenzen der letzten Wochen. Wie Focus-Autor Christoph Sackmann erklärt, verlieren einige Unternehmen, die von der pandemiebedingten Krise überraschend gut profitiert hatten, an der Börse an Boden. Man sollte jedoch nicht in Panik verfallen, sondern die verschiedenen Situationen analysieren.

Der überraschendste Anstieg im vergangenen Jahr war der der Westwing Group, Internethändler im Bereich Home & Living. Mit einer Marktkapitalisierung von 830 Millionen Euro und einem Wachstum von 600% schaffte sie den Sprung in den SDAX. Ähnlich erging es dem Konkurrenten Home 24, der um 243% zulegte und sich damit einen Platz als drittbeste deutsche Aktie in 2020 verdiente. Jetzt, seit Jahresbeginn, haben die beiden Gruppen begonnen, an Boden zu verlieren, nämlich 28% bzw. 43%. Dies ist ein klassisches Beispiel für die Abwertung des Aktienwertes. Der Grund liegt auf der Hand: Obwohl die Pandemie ein noch nicht überwundener Ausnahmezustand ist, stellt die Regierung nun einen Plan zur Wiedereröffnung auf, der es den Ladengeschäften und dem Einzelhandel ermöglicht, einen gewissen Marktanteil zurückzugewinnen.

Der Gegenbeweis dafür, dass die Investoren erwarten, dass die Heimlieferdienste zu einer Koexistenz mit den traditionellen Geschäften zurückkehren werden, ist der Verlust, den Delivery Hero seit Jahresbeginn verzeichnete, - 25%. Im vergangenen Jahr hatte der Lieferkonzern mit einem Plus von 80% den Sprung in die Elite der deutschen Börse, den DAX 30, geschafft. Jetzt aber droht der baldige Ausstieg.

Nun scheinen auch andere Dienste, insbesondere Technologiedienste, unter der zu erwartenden Wiedereröffnung zu leiden. Wenn sich die Gesundheitssituation verbessern würde, würden sich viele Menschen wieder mehr im Freien aufhalten, weg von den Bildschirmen der PCs, Smartphones und Tablets. Nach starken Zuwächsen im letzten Jahr haben Sony und Nintendo seit Jahresbeginn 11% und 13% verloren. Auch der US-Wettbewerber Activision Blizzard hat seit Jahresbeginn um 12% nachgegeben, nachdem er im vergangenen Jahr überraschend um 75% zugelegt hatte. Schließlich haben Giganten wie Apple, Amazon und Neflix (zu denen sich nun auch Walt Disney gesellt) trotz besserer Ergebnisse ebenfalls schlechter abgeschnitten als der S&P 500.

Aber all dies bedeutet nicht, dass die Tech-Unternehmen weiter bis auf Vorkrisenniveau fallen werden. HelloFresh zum Beispiel, der Heimlieferdienst für frische Zutaten, verzeichnete schon vor der Pandemie ein stetiges Wachstum. Obwohl die Aktie seit Jahresbeginn 26% verloren hat, erwarten Analysten einen weiteren Umsatzanstieg, allein in diesem Jahr um 20% und bis 2023 um 50%. Wenn das für HelloFresh zutrifft, dann gilt das erst recht für die amerikanischen Tech-Giganten, die diese Zeit der enormen Gewinne genutzt haben, um in ihre Zukunft zu investieren. Das gilt aber auch für Online-Shops wie Westwing und Home24. Die Digitalisierung ist einer der Megatrends dieses Jahrhunderts, und sie wird bleiben.

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