Anlagen

Für eine Investment-Barbell-Strategie

Verfasst von MoneyController am 14.01.2022

Die Kommentatoren sind sich einig, dass die Märkte bald vor einer schwierigen Situation stehen werden. Einerseits zeichnet sich eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums ab. Zum anderen nähern sich sowohl der Anstieg der US-Zinsen als auch der Höhepunkt der Inflation. Wie navigiert man in einer solchen Situation? Wie sollte die Asset Allocation des Portfolios angepasst werden? Yahoo!Finance interviewte Alessio De Longis, Senior Portfolio Manager bei Invesco Investment Solutions, eben zum Thema Asset Allocation.

Ausgewogene Strategie zur Bewältigung von Marktunsicherheiten

De Longis ist der Ansicht, dass es nach anderthalb Jahren eines so rasanten Marktwachstums normal ist, eine gewisse Verlangsamung zu erleben. Kurz- bis mittelfristig wird das Wirtschaftswachstum jedoch recht solide bleiben. In der Tat spricht De Longis nicht von einer echten Verlangsamung, sondern von einer Rotation, insbesondere einer Rotation von "Growth" und "Value" zu Qualitätsaktien sowie von Small und Mid Caps zu Large Caps. Deshalb schlägt der Experte vor, den "Barbell-Ansatz" in Betracht zu ziehen.

Mit Barbell-Strategie meint der Experte eine Asset Allocation, die das Portfolio eher defensiv ausrichtet. Dies bedeutet, dass das Engagement in den Champions ("Top-Performer") der letzten zwei Jahre reduziert wird. In der Praxis bedeutet dies, dass man das Portfolio von Aktien, die mit der Industrie, dem Finanzsektor und den Rohstoffen verbunden sind, verkleinert und dies durch einige Käufe in den Bereichen Technologie, Kommunikation, Dienstleistungen und Konsum kompensiert.

Defensive Wertpapiere überdenken und auf langfristige Duration setzen

Interessanterweise weist die Interviewerin Julie Hyman De Longis darauf hin, dass Technologie- und Kommunikationstitel traditionell nicht als defensiv gelten, wohl aber Werte wie Konsumgüter oder Versorger. De Longis erklärt, dass der Grund, warum es richtig ist, die Sektoren Technologie und Kommunikation als defensiv zu betrachten, in der Analyse ihrer wirtschaftlichen Fundamentaldaten liegt. Diese Unternehmen weisen im Durchschnitt hohe Gewinnmargen, eine hohe Kapitalrendite und einen geringen operativen Leverage auf. Diese Eigenschaften bedeuten, dass sie nicht so sehr von externer Finanzierung abhängig sind und weniger verschuldet sind als viele Value-Unternehmen oder Small und Mid Caps.

Auf die Frage, ob es sich lohnt, sich auf Bargeld als defensive Anlage zu konzentrieren, sagt De Longis: Aus defensiver Sicht ist es vielleicht effektiver, das Engagement am Kreditmarkt und die kurze Duration zu reduzieren und sich stattdessen auf die langfristige Duration zu konzentrieren.

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