Finanzmärkte / Wirtschaft

Empfiehlt sich dieses Jahr ein Verkauf im Mai?

Verfasst von MoneyController am 03.05.2021

Ist es wirklich an der Zeit, die Märkte zu verlassen? Diese Frage stellt auch Christoph Scherbaum in seiner gewohnten Kolumne in der Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Scherbaum zitiert ein bekanntes Sprichwort aus der Investmentwelt: "Sell in May and go away, but remember to come back in September“. Tatsächlich gibt es eine weit verbreitete Überzeugung in der Investmentwelt, wonach sich der Anstieg der Märkte mit dem Eintreffen der Sommermonate abschwächt, um am Ende des Sommers wieder zu Wachstum zurückzukehren. Scherbaum schließt sich der Meinung von Michael Winkler von der St.Galler Kantonalbank Deutschland an, der glaubt, dass einige wichtige Aktienmarktindizes - wie der MSCI World - im April ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht haben.

Denn die Tatsache, dass fast alle Börsenindizes ihre Rekorde gebrochen haben, ist mit ziemlicher Sicherheit auch auf die enorme Liquidität zurückzuführen, die dem Markt von den Zentralbanken zur Verfügung gestellt wurde. Um eine Überhitzung der Wirtschaft und der Finanzmärkte zu verhindern, heben einige große Zentralbanken wie die chinesische, die kanadische und die russische die Zinsen nun aber schrittweise an. Auch für die US-Notenbank scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein. Da der Treibstoff, der die Aktienrallye der letzten Monate befeuert hat, zur Neige geht, könnte die Marktrallye im Mai unterbrochen werden.

Trotz alledem zitiert Scherbaum die Meinungen einiger Börsenexperten, die, im Gegensatz dazu, glauben, dass dieser Mai 2021 nicht der geeignetste Zeitpunkt ist, um sich von den Märkten zu verabschieden. Andreas Gilgen von der Bank Alpinum beispielsweise glaubt, dass eine Reihe von Faktoren die Wirtschaft und die Finanzwelt weiter wachsen lassen könnten. Insbesondere sieht Gilgen in der Erholung der Weltwirtschaft die größtmögliche treibende Kraft für den Aktienmarkt. Warum sollte man sich daher von den Aktienmärkten entfernen, wenn viele Unternehmen nun bereit sind, wieder Geld zu verdienen wie zuvor?

Es gibt auch eine allgemeinere Faustregel gegen den Ausstieg aus den Aktienmärkten im Mai, und das ist die Beharrlichkeit bei den eigenen Investitionen. Man muss bedenken, dass der "Anlagehorizont" - wie Scherbaum ihn nennt - bei vielen Anlegern sicher nicht monatlich ist. Er ist langfristig angelegt und verhindert gerade durch die Weitsicht die möglichen Fehler einer Falschinterpretation des Markttimings. Es genügt daran zu denken, dass es Formen von Sparplänen gibt, die in der Tat von eventuellen Marktkorrekturen profitieren, da sie mit den gleichen Beträgen größere Mengen von Finanztiteln (zu niedrigeren Preisen) kaufen.

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