Finanzmärkte / Wirtschaft

Die Renditen an den Märkten können weiter steigen

Verfasst von MoneyController am 07.05.2021

An den Märkten glauben viele, dass wir Zeugen eines möglichen Wendepunkts werden. Die Frage, die sich stellt, lautet: Wird sich der Anstieg der Renditen fortsetzen oder werden wir eine endgültige (Abwärts-)Korrektur bei Aktien sehen? Einerseits besteht die Aussicht auf eine weltweite wirtschaftliche Erholung, die die Märkte antreiben könnte. Auf der anderen Seite steht aber auch die Befürchtung, dass die Märkte im vergangenen Jahr zu weit vorausgeeilt sind und vorübergehend das Ende der Fahnenstange erreicht haben.

In diesem Zusammenhang erschien ein interessanter Artikel von Daniel Hartmann, Chefvolkswirt der Bantleon Bank, im Magazin Cash.online. Die Quintessenz seines Diskurses lautet: Es gibt immer noch Spielraum für eine Fortsetzung des Kursanstiegs bei Aktien.

Hartmann hält es nicht für übertrieben, zumindest für dieses Jahr optimistisch zu denken. Im Mittelpunkt seiner Analyse steht die neue Konjunkturlokomotive der Aktienmärkte: die USA. Dank eines enormen Volumens an fiskalischen Anreizen, die 25% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entsprechen, steht der amerikanischen Wirtschaft ein wahrer Wirtschaftsboom bevor. Die enorme im Umlauf befindliche Geldmenge wird der Treibstoff sein, der die Wirtschaft sowohl in Bezug auf Investitionen als auch auf dem Arbeitsmarkt vorantreibt. Die Wachstumszahlen des amerikanischen BIP sind übrigens beeindruckend: Im ersten Quartal ist das BIP bereits um 6,4% gewachsen, im zweiten Quartal könnten es sogar 10% werden. Im Jahr 2022 würde das Wachstum 6% erreichen, womit die US-Wirtschaft das Niveau vor der Krise überschreiten würde.

Die heikelste Rolle in diesem Spiel wird nun die amerikanische Zentralbank, die Federal Reserve, spielen. Je mehr Zeit vergehe, desto mehr lasse sich die Frage nach der Drosselung der Geldpolitik („Tapering“) nicht mehr aufschieben, so Hartmann. Zu viel Geld im Umlauf berge die Gefahr, dass die Inflation explodiere, die Kaufkraft übermäßig reduziert und der Konsum gedämpft werde. Die zwei Etappen für eine Zinserhöhung sind derzeit für 2023 und 2026 festgelegt. Sie könnten aber bereits Anfang 2022 vorgezogen werden. Es sei daher möglich, dass die Zinsen in einigen Jahren ein Niveau von 2,5% erreichen werden. Hartmann schließt auch nicht aus, dass die Geschwindigkeit des Aufschwungs und seine Wucht die Zinsen auf 3% ansteigen lassen könnten. Dieser Anstieg würde sich vor allem bei den 10-jährigen US-Staatsanleihen widerspiegeln: Im Jahr 2022 könnten 10-jährige Treasuries 2,5% erreichen

Die Erholung des Anleihemarktes aufgrund des Zinsanstiegs dürfte theoretisch das Wachstum des Aktienmarktes behindern. Das wird es auch. Aber nicht sofort. Laut Hartmann wird sich der Aktienmarkt zwar abschwächen, aber im Moment befindet er sich inmitten einer Erholung, die ihn weiter nach oben führen könnte. Der Beweis? Die Gewinnschätzungen für Unternehmen, die im S&P500 enthalten sind, liegen bei erstaunlichen +45% für dieses Jahr und +13% für das nächste Jahr. Ja, aber ist die Situation in Europa mit der in den Vereinigten Staaten vergleichbar? In gewisser Weise, ja. Mehr noch, wenn die Impulse in Richtung der Wirtschaft gut ausgeführt würden, könnte es zu einem überraschenden Aufschwung der Wirtschaft kommen. Davon würden die Börsen profitieren und der DAX könnte laut Hartmann die 17.000-Punkte-Marke erreichen.

Kurzum: Aus Sicht von Hartmann werden wir noch Zeit haben, uns mit einem Markt zu befassen, der mehr Bären- als Bullenmarkt ist, wahrscheinlich erst im nächsten Jahr.

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