Finanzmärkte / Wirtschaft

2022: Die Aktienmärkte werden volatiler sein

Verfasst von MoneyController am 19.01.2022

2022 wird wahrscheinlich ein Jahr mit größeren Marktschwankungen sein als 2021. Dies ist die Ansicht von Joseph Amato, Präsident und Chief Investment Officer von Neuberger Berman, in einer seiner wöchentlichen Analysen. Eine gute Zusammenfassung von Amatos Ausblick erschien auch in "Financialounge.com" in einem Artikel von Virgilio Chelli.

Inflation und Geldpolitik als Faktoren der Instabilität

Das erste Problem, vor dem die Anleger in diesem Jahr stehen, hat sozusagen zwei Seiten. Die erste ist die der Inflation. Der Schock, den die Erholung der Nachfrage in den Lieferketten ausgelöst hat, ist noch nicht vollständig überwunden. Gleichzeitig wurden die Märkte mit Liquidität geflutet, um eine allgemeine Kreditkrise zu vermeiden, die zu einer Reihe von Kettenpleiten geführt hätte. Obwohl sie durch geldpolitische Maßnahmen bekämpft wird, glaubt Amato, dass die Inflation zumindest in diesem Jahr über dem Niveau der letzten Jahre liegen wird. Die zweite Seite des Problems ist eine neue Geldpolitik zur Bekämpfung der Inflation. Das Risiko einer zu starken Straffung könnte die wirtschaftliche Erholung untergraben.

Energiewende verschärft die Inflation

Das zweite Problem, das natürlich auch eine Chance darstellt, ist die Energiewende. Mit dem Wiedereintritt der USA in das Pariser Abkommen und der COP26 haben viele Länder und Unternehmen das Tempo des Energiewandels beschleunigt. Diese Entwicklung der Wirtschaft wird mit zwei Phänomenen verknüpft sein. Der erste ist das instabile wirtschaftliche Gleichgewicht, das bereits besteht (Inflation und Geldpolitik). Der zweite wird ein Rohstoff-Superzyklus sein, der sich, wie Amato schreibt, durch Schwankungen auszeichnen wird, die es zumindest seit den 1980er Jahren nicht mehr gegeben hat.

Chinesisches Wirtschaftswachstum verlangsamt sich

Das dritte Problem wird die Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft sein. Peking hat in der Tat beschlossen, sich auf eine Umverteilung des Reichtums zu konzentrieren, was einige Prozentpunkte des BIP-Wachstums kosten wird. Die Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft sollte nicht unterschätzt werden, da die chinesische Wirtschaftslokomotive die globale Entwicklung in den letzten zwei Jahrzehnten mehr als jede andere angetrieben hat. Die chinesische Konjunkturabschwächung wird wiederum mit Instabilitätsfaktoren im Zusammenhang mit der US-Wirtschaft verwoben sein. Wir sprechen hier nicht von einer Rezession, sondern eher von einer Situation größerer Instabilität auf den Märkten, die dennoch sorgfältig überwacht werden muss.

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