Finanzmärkte / Wirtschaft

Börsencrashs: Gibt es eine Lösung, um wirklich gelassen zu bleiben?

Verfasst von MoneyController am 14.09.2021

Für die Sparer sind Marktzusammenbrüche zu Recht eine Quelle der Sorge und Angst. Gerd Kommer versucht in seinem Artikel zu erklären, warum es entspanntere Wege gibt, mit dem Thema umzugehen. Der auf seinem Blog erschienene Artikel wurde jedoch von "Das Investment" aufgegriffen und kritisch diskutiert, indem das Magazin in einem Artikel von Egon Wachtendorf bestimmte Berechnungsmethoden des nach eigenen Angaben bekanntesten Honorarberaters Deutschlands kritisierte. 

Nach einer Analyse von Gerd Kommer sind Börsencrashs nicht nur eine Chance für diejenigen, die neu in die Märkte einsteigen, weil sie dann billigere Aktien vorfinden würden. Sie könnten sich auch für diejenigen lohnen, die bereits investiert sind. Unter einer Bedingung: Diese Methode kann funktionieren, wenn die Sparer ihr eingezahltes Kapital jedes Jahr erhöhen. Die Berechnung von Kommer bezieht sich auf einen Anfangsbetrag von 1.000 Euro, der über 35 Jahre hinweg eingezahlt wird, wobei der Betrag jährlich um 4 % erhöht wird. Tritt der Kurseinbruch in den ersten Jahren der Investition auf, profitiert die jährlich hinzukommende Summe von der Wertminderung der Aktien und führt zu einem überraschenden Ergebnis: Die Kurseinbrüche erhöhen das verfügbare Endkapital.

In Kommers Berechnung wird von einem 60%igen Einbruch der Börse ausgegangen. Tritt der Kurseinbruch innerhalb des ersten Jahres ein, beträgt das nach 35 Jahren verfügbare Kapital 344.000 €; tritt der Crash nach zehn Jahren ein, sinkt es auf 329.000 €; kommt es schließlich nie zum Crash, wird das Kapital noch weiter reduziert und erreicht 293.000 Euro.

Wachtendorf stellt das Prinzip der Berechnung nicht in Frage. Das Problem liegt in einigen Annahmen, die der Berechnung zugrunde liegen. Erstens: Ist es möglich, dass der Zinssatz bei 8 % pro Jahr bleibt? Kommer hat die Berechnung auf Basis der Entwicklung des MSCI World Aktienindex zwischen 1986 und 2020 durchgeführt. Es ist jedoch nicht sicher, dass diese Rendite bis 2055 so bleiben wird. Und dann: Die Zeit für die komplette Erholung vom Crash wird auf nur vier Jahre berechnet. Nun hat der DAX, wie Wachtendorf schreibt, ganze sieben Jahre gebraucht, um sich von der Krise der 2000er Jahre zu erholen. Kommer, der dieses Szenario ebenfalls in Betracht zieht, weist lediglich darauf hin, dass ein Börsencrash bis zum 28. Jahr des Sparens immer noch eine Mehrrendite von 0,5 % ergeben würde. 

Wachtendorfs Fazit ist, dass der interne Zinsfuß nicht immer die richtige Lösung für die Bewältigung von Marktkrisen ist, wie Kommer vielleicht meint. Implizit schlägt er vor, zusätzliche Strategien zur Verteidigung des Portfolios zu entwickeln.

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