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ETFs: Warum hinkt Europa hinterher? Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem europäischen und dem US-amerikanischen Markt

Verfasst von MoneyController am 18.05.2021

Wieso ist der ETF-Markt in den USA so viel größer im Vergleich zum Europäischen? Das erklärt Shelly Antoniewicz vom US-amerikanischen Investment Company Institute (ICI) in einem interessanten Interview mit Andreas Harms für das Magazin Das Investment.

Die erste Antwort auf die Frage ist sehr eindeutig und betrifft den Kreis der Investoren, die auf ETFs zugreifen. Investierten im Jahr 2011 nur 10% der Honorarberater im Auftrag ihrer Kunden in passive Indizes, sind es heute bereits 33%. In Europa sind die meisten ETF-Investoren jedoch nach wie vor institutioneller Natur, obwohl - wie Antoniewicz betont - die Zahl der Privatanleger langsam zunimmt. Ein weiterer wichtiger Grund betrifft das Rentensystem. In den USA haben Altersvorsorgekonten freien Zugang zu ETFs, im Gegensatz zu europäischen Konten, die stattdessen Einschränkungen unterliegen. Schließlich findet in den USA der ETF-Handel hauptsächlich an der Börse statt, in Europa jedoch nicht.

Man sollte jedoch nicht glauben, dass sich die beiden Märkte radikal unterscheiden. Im Gegenteil, es gibt einige sehr starke Ähnlichkeiten. Antoniewicz weist beispielsweise darauf hin, dass sich das Investitionsvolumen zwischen 2015 und 2020 sowohl auf dem amerikanischen Markt (von 2.100 auf 5.400 Milliarden Dollar) als auch auf dem europäischen (von 432 auf 927 Milliarden Euro) mehr als verdoppelt hat.

Darüber hinaus, so Antoniewicz, gibt es auf beiden Seiten des Atlantiks immer noch regulatorische Beschränkungen, was ETFs nachbilden dürfen (z. B. Kryptowährungsfonds), und auch Beschränkungen hinsichtlich des Einsatzes von Hebeln. 

Aus dem Interview geht schließlich hervor, dass der ETF-Markt auch aus anderen Gründen recht interessant ist. Einer davon betrifft die Kosten. Durch Wettbewerb und Skaleneffekte sinken tatsächlich kontinuierlich die Provisions- und Verwaltungskosten (die im Durchschnitt und naturgemäß niedriger sind als bei einem Aktienfonds). Insbesondere die Nachfrageentwicklung könnte sich direkt auf die Kosten auswirken. In den letzten Jahren haben ETFs auch von einem deutlichen Anstieg der Nachfrage nach nachhaltigen Produkten, insbesondere in Europa, profitiert.

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