Finanzmärkte / Wirtschaft

Wie Corona den Luxusmarkt beeinflusst hat

Verfasst von MoneyController am 04.05.2021

Die Coronakrise hat unsere Gewohnheiten für eine Weile verändert und uns gezwungen, lange Zeit zu Hause zu bleiben, ohne die Möglichkeit, etwas anderes als das Nötigste zu konsumieren. Wie haben sich jene Güter entwickelt, die wohl am weitesten von den Grundbedürfnissen entfernt sind, nämlich Luxusgüter?

Intuitiv wäre man geneigt zu denken, dass der Rückgang des Konsums - der ökonomisch gesehen einem Nachfragerückgang entspricht - sich in Bezug auf Luxusgüter in etwa analog zu dem verhalten hat, was in einigen Sektoren des Energiemarktes passiert ist. Mit dem Rückgang der Nachfrage nach Mobilität ist der Preis für Rohstoffe, wie Mineralöl, oder dessen Derivate, wie z. B. Kraftstoff, gesunken; in einigen Fällen kann man sogar von einem Zusammenbruch sprechen. Die britische Immobilienberatungsagentur Knight Frank hat sich daher darum gekümmert, zu überprüfen, was in der Luxusgüterbranche passiert ist, vor allem im Hinblick auf die Preise. 

Wie das Magazin Fondsprofessionell - das die Studie vorgestellt hat - hervorhebt, ist die Nachfrage nach Luxusgütern nicht gleichmäßig auf der ganzen Welt zurückgegangen. Im Gegenteil, die steigende Nachfrage in einigen Märkten, wie z. B. in Asien, hat die Preise für einige dieser Produkte steigen lassen. Dies ist der (auffälligste) Fall bei den Luxus-Handtaschen von Hermès, deren Preis sich dank des asiatischen Marktes um 17% erhöht hat.

Ein weiteres interessantes Beispiel ist das der edlen Weine. Auch hier sind die Preise um durchschnittlich 13 % gestiegen. Der Grund dafür - so das Magazin in Anlehnung an die Studie von Knight Frank, die Miles Davis von Wine Owners zitiert - liege darin, dass die Weinproduzenten nicht in Panik gerieten und die Preise auch in den schwierigsten Momenten stabil hielten, so dass sie am Ende der komplizierten Periode wieder auf Wachstumskurs gehen konnten. Auch andere Produktbereiche, die mit der Luxusindustrie verbunden sind, haben (fast überraschend) an Wert gewonnen: Luxusmöbel, Oldtimer und wertvolle Uhren haben ihren Wert jeweils um einige Prozentpunkte gesteigert.

Nach den Daten zu teurem Wein ist es überraschend, dass die seltenen Sorten von Whiskey einen Preisrückgang von 3,5 % verzeichnet haben. Der Markt für Schmuck, Edelsteine und Diamanten verzeichnete ebenfalls einen durchschnittlichen Wertverlust seiner Produkte, jedoch, wie die Studie betont, fast unmerklich. Der Markt, der am meisten unter den Schließungen litt, war stattdessen der Kunstmarkt. Die Unmöglichkeit, Kunstwerke live zu bewundern - an ihre Stelle trat die Erfordernis, sie bloß online zu bewundern - hat nicht nur zu einem Rückgang der Käufer geführt, sondern auch zu einem Preisverfall von 11%.

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