Anlagen

Vom Investitionsdreieck lernen

Verfasst von MoneyController am 19.05.2021

Lassen Sie sich nicht von den Filmen täuschen: Erfolgreich an der Börse zu investieren kann viel weniger abenteuerlich sein, als es sich anhört. Wenn diese Überlegung im Allgemeinen zutrifft, wie Carlos Link-Arad im Magazin extraETF schreibt, dann gilt dies umso mehr für "reine Indexing-Strategien", also ETFs. Der Artikel offenbart jedoch einige weitere interessante Überlegungen, die es wert sind, aufgegriffen zu werden.

Tatsächlich bezieht sich Link-Arad auf ein von Christian Röhl entwickeltes Schema (der, wie wir noch sehen werden, ein anderes, in der Finanzwelt viel bekannteres Schema aufgreift), nämlich das MSCI-World-Renditedreieck. Dieses Schema berechnet in der Rückschau die durchschnittliche jährliche Rendite der Investition. Die beiden Variablen, die auf zwei Seiten des Dreiecks (die sich der Einfachheit halber in der Abbildung in einem rechten Winkel schneiden) angezeigt werden, sind das Kaufdatum und das Verkaufsdatum der Investition. Dort, wo sich die beiden Daten kreuzen, erhält man die durchschnittliche jährliche Rendite der Investition für einen bestimmten Zeitraum.

Das interessante Ergebnis, das auf grafischer Ebene deutlich zu erkennen ist, ist, dass sich die Fälle eines positiven Investitionsergebnisses verdichten, je länger die Investitionsdauer ist.

Aus dieser Beobachtung zieht Link-Arad zwei wichtige Schlussfolgerungen. Die erste ist, dass Market-Timing-Strategien von Natur aus gefährlicher seien als eine langfristige Strategie. Die zweite ist, dass im speziellen Fall des MSCI World ein Anlagehorizont von 15 Jahren ausgereicht hätte, um positive Ergebnisse zu garantieren, unabhängig davon, wann die Anleger in die Märkte eingestiegen sind. Die dritte Überlegung ist, dass es wirklich schwierig sei - so Link-Arad - eine Anlageklasse zu finden (seien es Immobilien, Anleihen oder Gold), die seit 1970 eine jährliche Rendite von 7% garantieren konnte, wie es beim MSCI World der Fall ist.

Das von Link-Arad angesprochene Renditedreieck folgt genau dem viel bekannteren "magischen Investitionsdreieck", dessen drei Eckpunkte Rendite, Liquidität und Sicherheit sind. In der Finanztheorie dient dieses Schema dazu zu erklären, dass eine Investition nur zwei dieser Elemente gleichzeitig und niemals allen dreien zusammen Bedeutung beimessen kann. Für Link-Arad bedeutet die Investition in einen ETF mit langer Laufzeit, der einen großen, stark diversifizierten Index wie den MSCI World nachbildet, dass man sich auf Rendite und Sicherheit (Diversifikation) fokussiert, dabei aber auf Liquidität verzichtet, die sich in diesem Fall umgekehrt proportional zur Laufzeit einer Investition verhält.

Um das bisher Gesagte in die Praxis umzusetzen, schlägt Link-Arad am Ende des Artikels die Verwendung eines ETF-Sparplans zur Finanzierung der eigenen Altersvorsorge vor. Das liegt daran, dass eine solche Investition zwei wichtige Seiten des Investitionsdreiecks nutzen kann, nämlich Sicherheit und Rendite, wobei die Liquidität außer Acht gelassen wird, die mit einer Investition mit langfristigem Zeithorizont wenig zu tun hat. 

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